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Diesel-Schock: Transporte und Busreisen spürbar teurer

Höhere Kosten werden weitergegeben – mit spürbaren Folgen für Konsumenten und Inflation.
Höhere Kosten werden weitergegeben – mit spürbaren Folgen für Konsumenten und Inflation. ©CANVA
Steigende Dieselpreise setzen Vorarlbergs Transport- und Reisebranche massiv unter Druck. Unternehmen geben die Kosten weiter – mit Folgen für Konsumentinnen und Konsumenten, Inflation und geplante Ausflüge.

Die rasant gestiegenen Dieselpreise bringen Vorarlbergs Transportbranche zunehmend in Bedrängnis. Unternehmen, die täglich große Mengen Treibstoff benötigen, kämpfen mit massiv steigenden Fixkosten. Beim Feldkircher Unternehmen Bischof etwa verbrauchen rund 250 Lkw täglich etwa 30.000 Liter Diesel – der Treibstoff macht inzwischen mehr als ein Drittel der Gesamtkosten aus.

Für Geschäftsführer und Spartenobmann Michael Zimmermann ist klar: "Die Frachtpreise steigen enorm", erklärte er gegenüber dem ORF Vorarlberg. Die zusätzlichen Belastungen seien für die Betriebe allein nicht tragbar.

Kostenlawine trifft letztlich Konsumentinnen und Konsumenten

Was bei den Transportunternehmen beginnt, endet schließlich bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Denn die höheren Dieselpreise werden entlang der gesamten Lieferkette weitergegeben. Auftraggeber zahlen mehr, geben diese Kosten an ihre Kundinnen und Kunden weiter – und so steigen letztlich auch die Preise in den Supermärkten.

Zimmermann warnt daher vor einem weiteren Anheizen der Inflation. Die Belastungsgrenze sei bereits überschritten. Ohne Weitergabe der Kosten drohten vielen Betrieben wirtschaftliche Schwierigkeiten bis hin zu Insolvenzen.

Forderungen nach politischem Eingreifen

Kritik kommt aus der Branche auch in Richtung Politik. Laut Zimmermann profitiert vor allem der Staat von den hohen Preisen: Rund 53 Prozent des Dieselpreises entfallen auf Steuern. "Der große Gewinner ist der Staat", so der Spartenobmann.

Er fordert unter anderem die Einführung eines sogenannten Gewerbediesels, der Unternehmen steuerlich entlasten soll. Auch die CO₂-Steuer müsse zumindest vorübergehend ausgesetzt werden. Die derzeitige Spritpreisbremse von zehn Cent pro Liter bezeichnet Zimmermann als unzureichend.

Busreisen werden ab Mai deutlich teurer

Nicht nur die Transportbranche ist betroffen, auch Reisebusunternehmen geraten unter Druck. Ein Bus fasst rund 700 Liter Diesel und kommt damit – je nach Strecke – bis zu 2.500 Kilometer weit. Bisher hätten viele Betriebe die Mehrkosten selbst getragen, doch damit ist nun Schluss.

"Ab Mai müssen die Preise angepasst werden", sagt Elke Bereuter-Hehle, Obfrau der Vorarlberger Reisebusunternehmen, im Gespräch mit dem ORF Vorarlberg. Pro Fahrgast sei mit einem Aufschlag von fünf bis 25 Euro zu rechnen – abhängig von der jeweiligen Strecke.

Alte Kalkulationen geraten ins Wanken

Ein zusätzliches Problem: Viele Angebote für das Reisejahr 2026 wurden bereits im vergangenen Jahr erstellt – auf Basis deutlich niedrigerer Dieselpreise. Diese Kalkulationen sind nun hinfällig, die Differenz muss nachträglich an Kundinnen und Kunden weitergegeben werden.

Bereuter-Hehle beziffert die Mehrkosten für ihr Unternehmen mit fünf Bussen auf jährlich 50.000 bis 60.000 Euro. Auch eigene Tankanlagen, wie jene in Lochau mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Litern, bieten nur kurzfristig Entlastung – denn beim Nachfüllen schlägt der hohe Preis voll durch.

Preisanpassungen rechtlich abgesichert

Ähnlich wie Fluglinien oder Reedereien haben auch Busunternehmen entsprechende Klauseln in ihren Geschäftsbedingungen. Diese erlauben Preisanpassungen bei unvorhersehbaren Entwicklungen wie steigenden Steuern oder Treibstoffkosten – etwa infolge geopolitischer Krisen.

Auch wenn die Preiserhöhungen ungern vorgenommen werden: Für viele Betriebe sind sie laut Bereuter-Hehle alternativlos.

Flexible Preise sollen Transparenz schaffen

Für neue Angebote setzen Busunternehmen zunehmend auf variable Preisgestaltung. Aktuell wird mit einem Dieselpreis von rund 2,20 Euro pro Liter kalkuliert. Steigt dieser weiter, erhöhen sich auch die Reisekosten – sinkt er, könnten Fahrten wieder günstiger werden.

Gerade jetzt, mit Beginn der Ausflugssaison, stehen viele Vereine vor höheren Kosten. Dennoch betont Bereuter-Hehle, dass Busreisen weiterhin eine vergleichsweise nachhaltige Form des Reisens darstellen.

Wie sich die Preise entwickeln, hängt maßgeblich vom Dieselmarkt ab. Bleibt das Niveau hoch oder steigt weiter, dürfte sich die Spirale bei Transport- und Reisekosten weiterdrehen.

(VOL.AT)

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