Ein Abend mit Signalwirkung: In der inatura ist am Mittwoch der "Masterplan Innenstadt" vorgestellt worden, ein strategisches Papier, das die Zukunft der Dornbirner Stadtmitte neu denken soll. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft folgten der Einladung, darunter auch viele, die den Prozess seit zwei Jahren aktiv mitgestaltet haben.
Bürgermeister Markus Fäßler machte gleich zu Beginn klar, worum es geht: "Der Masterplan ist kein fertiges Endprodukt, sondern ein verlässlicher Rahmen, der uns Orientierung gibt. Entscheidend ist, dass wir die Innenstadt gemeinsam weiterdenken und Schritt für Schritt weiterentwickeln."
Breiter Beteiligungsprozess als Grundlage
Projektleiter DI Philipp Bechter zeichnete die Entstehung des Plans nach. Seit 2024 wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess gearbeitet, mit Expertinnen und Experten ebenso wie mit Bürgerinnen und Bürgern, Eigentümerinnen, Wirtschaftstreibenden und Interessengruppen.
Ziel ist es, die Potenziale der Innenstadt sichtbar zu machen und eine langfristige Strategie zu entwickeln. Themen wie Nutzungsmischung, Aufenthaltsqualität, Mobilität und Klimaanpassung stehen dabei im Zentrum.
Deutlich wurde auch ein Wandel im Selbstverständnis der Stadtplanung: Weg vom reinen Gestalten, hin zum Moderieren. Innenstadtentwicklung passiert nicht mehr im stillen Kämmerlein, sondern im Dialog mit der Stadtgesellschaft.
Diskussion auf dem Podium
Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Vertreter aus Politik, Planung und Tourismus zentrale Fragen der Innenstadtentwicklung. Mit dabei waren neben Fäßler auch Vizebürgermeister Dr. Alexander Juen, Stadträtin Mag. Dr. Juliane Alton, VAI-Direktorin Mag. Dr. Verena Jakoubek-Konrad, Tourismus-Geschäftsführer Michael Rüdisser und Projektleiter Bechter.
Juen betonte die Bedeutung des offenen Prozesses: "Der Masterplan ist aus einem offenen Prozess entstanden, in dem viele Perspektiven zusammengeführt wurden. Diese gemeinsame Grundlage ist entscheidend, um tragfähige Lösungen für die Zukunft der Innenstadt zu entwickeln."
Erste Projekte bereits sichtbar
Konkrete Maßnahmen sind bereits angelaufen oder stehen unmittelbar vor der Umsetzung: So soll der Kapuzinergarten noch im Sommer als "Grüne Mitte" für die Bevölkerung geöffnet werden. Gleichzeitig erprobt die Stadt mit temporären Nutzungen wie der "Sandbox" am ehemaligen Eislaufplatz neue Formate für die Innenstadt.
Auch infrastrukturell werden neue Wege beschritten – etwa in der Moosmahdstraße, wo das Prinzip der sogenannten "Schwammstadt" zur Anwendung kommt. Ergänzt wird das Paket durch einen klimaneutralen Paketzustelldienst, der in Dornbirn in Kürze starten soll.
Der Masterplan fungiert dabei als flexible Roadmap: Er bündelt Ziele, definiert Handlungsfelder und priorisiert Projekte – bleibt aber bewusst offen für Anpassungen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und wird laufend überprüft.
(VOL.AT)