Drei Tote bei Schusswaffenangriff an High School auf den Philippinen
Die mutmaßlichen Schützen im Alter von 14 und 15 Jahren hätten wahllos in dem Gebäude um sich geschossen, ehe sie festgenommen wurden. In Polizeigewahrsam kam auch eine Polizistin, der eine der Tatwaffen gehört hatte.
Mindestens sieben Verletzte ins Krankenhaus gebracht
Die Schüsse fielen in der Früh an der San-Jose-Oberschule in der Stadt Tacloban in der zentralen Provinz Leyte. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. "Wir hören, dass Mobbing das Motiv für ihr Handeln gewesen sein soll, aber wir haben sie noch nicht dazu befragt", sagte die Ermittlerin Evalyn Diaz mit Blick auf die beiden festgenommenen Burschen.
Waffen von Polizistin und Sicherheitsfirma verwendet
Unklar war demnach auch, wie die beiden Jugendlichen in den Besitz der Schusswaffen gekommen waren. "Sie befinden sich noch auf der Polizeiwache und werden im Beisein ihrer Eltern verhört, weil sie minderjährig sind", fügte die Polizistin hinzu. Eine der Tatwaffen, eine Pistole des Herstellers Glock vom Kaliber neun Millimeter, war auf den Namen einer Polizistin aus der Region registriert, wie Polizeisprecher Allen Rae Co sagte. Die Frau wurde demnach festgenommen. Die zweite Pistole war den Angaben zufolge bei einer Sicherheitsfirma in der Stadt Cebu City registriert.
Die Mutter Jennelyn Badoria, deren 15-jährige Tochter unter den Toten ist, forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Besitzer der Waffen müssten strafrechtlich verfolgt werden, "weil die Waffen nicht in die Hände der Kinder gelangt wären, wenn sie nicht wären", sagte sie vor der Schule der Nachrichtenagentur AFP.
Der Lehrer Irvin Nogar berichtete, er habe im Unterricht plötzlich mehrere "laute Schüsse" gehört. "Ich sah einen Schützen auf unseren Bereich zukommen, also habe ich die Schüler aufgefordert, ruhig zu bleiben und sich unter ihren Tischen zu verstecken, und die Tür abgeschlossen." Ein von philippinischen Medien verbreitetes Video zeigt panische Kinder, die schreien und weinen, während sie sich in einem Klassenraum verstecken. Im Hintergrund sind Schüsse zu hören. AFP konnte das Video verifizieren.
Schwarzmarkt für Schusswaffen
Schusswaffenangriffe an Schulen sind auf den Philippinen selten. Gezielte Waffengewalt gehört in der Provinz Leyte jedoch zum Alltag. Der legale Waffenbesitz ist in dem südostasiatischen Land zwar streng geregelt. Es existiert jedoch ein großer Schwarzmarkt für Schusswaffen.
Im Juli 2022 hatte ein Angreifer kurz vor einer Abschlussfeier an der Ateneo-Universität in der Hauptstadt Manila drei Menschen erschossen, unter ihnen eine ehemalige Bürgermeisterin. Die Polizei sprach danach von einem persönlichen Motiv.
(APA/AFP)