Dürfen Kinder fürs WM-Spiel länger wach bleiben? So entscheiden Eltern in Vorarlberg
Bundespräsident Alexander Van der Bellen wünscht sich, dass Kinder das WM-Spiel Österreich gegen Spanien ausnahmsweise live verfolgen dürfen. VOL.AT hat Eltern in Vorarlberg gefragt, ob sie dieser Bitte folgen.
Ausnahme ja – aber nicht für alle
"Ich habe eine Bitte im Namen Ihrer Kinder: Lassen Sie sie heute, also am Donnerstag, ein wenig länger aufbleiben." Mit diesem Appell sorgte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Donnerstag vor dem WM-Sechzehntelfinale Österreichs gegen Spanien für Aufmerksamkeit.
Wie sehen das Vorarlberger Eltern? VOL.AT hat sich in Dornbirn umgehört.
"Sie dürfen auf jeden Fall wach bleiben"
Daria Horvat aus Dornbirn hat mit einer längeren Bettgehzeit kein Problem. "Sie dürfen auf jeden Fall wach bleiben", sagt sie mit Blick auf die Chancen Österreichs.
Besonders ihr elfjähriger Sohn sei "ein kompletter Fußballfan" und dürfe das Spiel ansehen. Weil Fußball in ihrer Familie einen hohen Stellenwert habe, sei ihr Sohn während der WM sogar schon einmal frühmorgens mit seinem Vater aufgestanden, um ein Spiel zu verfolgen. "Jetzt kurz vor den Ferien ist es eh wurscht."
"Es ist zu spät"
Anders sieht das Selina Pertschi aus Dornbirn. "Nein. Er ist fünf und darf nicht wach bleiben", meint sie. "Es ist zu spät. Er geht schon ab 18 Uhr ins Bett." Zwar interessiere er sich bereits ein wenig für Fußball, doch für ein Spiel mit Anpfiff um 21 Uhr sei er noch zu jung.
Etwas offener zeigt sich Jeremia Stübe aus Bregenz. Weil seine Tochter am Donnerstag Geburtstag hat, könne sie den Abend noch nicht genau planen. Sollte Interesse am Spiel bestehen, sei eine Ausnahme aber möglich.
Jeremias Mutter Elisabeth ergänzte scherzhaft mit Blick auf ihren Sohn: "Er kriegt die Erlaubnis von mir, dass er länger wach bleibt."
Liebe Eltern: Stimmen Sie jetzt ab
Was man abseits der Kamera hört
Mehrere Eltern, die sich nicht vor der Kamera äußern wollten, sahen es ähnlich: Wenn sich ihr Kind für Fußball interessiere, dürfe es ausnahmsweise länger wach bleiben. Es seien schließlich nur einzelne WM-Abende. Wenn ihr Kind müde sei, gehe es aber trotzdem direkt ins Bett.
Für manche Eltern spielt die WM generell keine Rolle: Sie verfolgen die Spiele selbst nicht, deshalb haben auch ihre Kinder aktuell kein Interesse daran. Falls sich das einmal ändere, könne man darüber sprechen.
Mehrere Familien mit Kindern im Kindergarten- oder Volksschulalter gaben zudem an, dass ein Anpfiff um 21 Uhr für ihre Kinder grundsätzlich zu spät sei. Für sie komme eine Ausnahme unter der Woche deshalb nicht infrage.
(VOL.AT)