Es sind Bilder, die lange unvorstellbar waren: Auf der Sportanlage Rohrbach rollen wieder Bagger, Holzmodule stehen, das neue Clubheim entsteht. Gut ein Jahr nach dem verheerenden Brand und wenige Monate nach dem nächsten Rückschlag durch ein Hochwasser ist der Wiederaufbau sichtbar angelaufen. Für Obmann Gerhard "Bubu" Ritter ist der Baustart der Höhepunkt einer intensiven, emotionalen Zeit.
Eine persönlich belastende Zeit
"Das ist ein absoluter Neustart für uns", sagt Ritter im Gespräch mit VOL.AT mit Blick auf die Baustelle hinter sich. Die vergangenen Monate hätten den Verein an seine Grenzen gebracht. Der Brand im Dezember 2024 zerstörte die erst 2009 errichtete Anlage nahezu vollständig, im Sommer 2025 setzte zusätzlich ein Unwetter das Container-Provisorium unter Wasser. "Es war und ist persönlich ein klein wenig viel", gibt der 69-Jährige offen zu.
Trotzdem sei Aufgeben nie ein Thema gewesen. "Wir sind gefordert", sagt Ritter. Bis zur geplanten Eröffnung im September müsse der Spielbetrieb weiterhin im Provisorium abgewickelt werden, unter erschwerten Bedingungen. Fehlende Infrastruktur, hoher organisatorischer Aufwand und finanzielle Einbußen prägen nach wie vor das Bild.
Neues Zuhause nimmt Formen an
Seit dem offiziellen Baustart am 11. März geht es nun sichtbar voran. Mit der Lieferung der ersten Holzbaumodule wurde der Übergang von der Planung in die Umsetzung vollzogen. Innerhalb weniger Tage wurde die Grundstruktur errichtet, wenig später stand bereits der Rohbau, auch das Dach ist inzwischen montiert und schützt das Gebäude vor der Witterung. "Da steht plötzlich die ganze Außenhaut, und man fragt sich, warum es jetzt noch so lange dauert", sagt Ritter mit einem Schmunzeln.
Im Inneren laufen derzeit die Installationsarbeiten für Wasser und Strom, ehe in den nächsten Wochen der weitere Ausbau folgt. Am grundsätzlichen Konzept hat sich wenig geändert. Das neue Clubheim entsteht auf der bestehenden Bodenplatte und orientiert sich stark am Vorgängerbau. "Die alten Pläne haben wir weitgehend übernommen", erklärt Ritter.
Anpassungen gibt es vor allem im Kabinenbereich, der moderner und etwas großzügiger gestaltet wird. Auch nachhaltige Elemente wie eine Photovoltaikanlage, Wärmepumpen sowie ein begrüntes Dach sind vorgesehen.
Zusammenhalt als größte Stärke
Die schwierige Phase hat im Verein Spuren hinterlassen, aber auch Positives bewirkt. "Ich glaube, wir sind richtig zusammengewachsen", sagt Ritter. Nachwuchstrainer, Eltern und Unterstützer hätten Enormes geleistet.
Besonders hebt Ritter die Kampfmannschaft hervor. Trotz fehlender Infrastruktur und eingeschränkter Trainingsmöglichkeiten mischt das Team um den Aufstieg in die neu geschaffene "Arlbergliga" mit. "Da war nie ein Jammern", betont er.
Aktuell liegt die Admira auf Rang zwei der Eliteliga, am Samstag (15 Uhr) empfängt man Spitzenreiter SC Röthis zum Gipfeltreffen auf der heimischen Sportanlage. "Da geht es schon ein Stück weit darum, wer am Ende aufsteigt", weiß der ehemalige Profispieler um die Bedeutung der Partie.
Doppelter Anlass zur Freude
Mit der geplanten Eröffnung am 19. September soll ein neues Kapitel beginnen und gleichzeitig ein Jubiläum gefeiert werden. 80 Jahre Admira Dornbirn, der Verein wurde 1946 gegründet, fallen mit der Fertigstellung der neuen Anlage zusammen. "Es ist etwas ganz Besonderes", sagt Ritter. Auch wenn der ursprünglich angedachte Termin im Sommer nicht gehalten werden konnte, will man ein würdiges Fest auf die Beine stellen.
Bis dahin bleibt noch viel Arbeit. Doch die Richtung stimmt. Oder, wie Ritter es zusammenfasst: "Die Admira ist ein Verein, der zusammenhält."
(VOL.AT)