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Ein Monat gratis in den Alpen: Warum dieser Versuch so gefragt ist

Vier Wochen auf über 2000 Metern: In dieser Berghütte leben die Studienteilnehmer unter realen Bedingungen.
Vier Wochen auf über 2000 Metern: In dieser Berghütte leben die Studienteilnehmer unter realen Bedingungen. ©Wikimedia/SA 4.0
Ein Forschungsprojekt in Südtirol sucht gesunde Freiwillige, die vier Wochen auf über 2000 Metern leben. Ziel ist es, die gesundheitlichen Auswirkungen mittlerer Höhenlagen zu untersuchen. Trotz geringer Bezahlung ist das Interesse groß.

Leben und Forschen in den Bergen

Einen Monat lang in einer Berghütte leben – und dabei der Wissenschaft dienen: Genau das plant das Forschungszentrum Eurac Research mit einem neuen Projekt in Südtirol. Gesucht werden zwölf Freiwillige, die mehrere Wochen auf einer Höhe zwischen 2000 und 2500 Metern verbringen.

Durchgeführt wird die Studie im Rifugio Nino Corsi, auch als Zufallhütte bekannt, im Stilfserjoch-Nationalpark. Dort sollen die Teilnehmer unter realistischen Bedingungen leben und gleichzeitig Teil eines wissenschaftlichen Experiments sein.

Forschungslücke bei mittleren Höhen

Während es bereits zahlreiche Studien zu extremen Höhenlagen gibt, fehlen bislang umfassende Daten zu mittleren Höhen. Diese Lücke soll das sogenannte MAHE-Projekt schließen.

Frühere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Aufenthalte in größeren Höhen positive Effekte auf Blutdruck und Stoffwechsel haben könnten. Die neue Studie soll diese Hinweise nun systematisch überprüfen und die Datenbasis erweitern.

Alltag zwischen Messungen und Homeoffice

Während des vierwöchigen Aufenthalts werden verschiedene Gesundheitsparameter erfasst – darunter Blutdruck, Schlafqualität, Ernährung und körperliche Aktivität. Gleichzeitig sollen die Teilnehmer ihren gewohnten Alltag möglichst beibehalten.

Das bedeutet: Arbeiten im Homeoffice, Lernen oder Freizeitgestaltung sind ausdrücklich vorgesehen – allerdings unter den besonderen Bedingungen der Höhenlage.

Strenge Auswahl – großes Interesse

Teilnehmen können gesunde Frauen und Männer zwischen 18 und 40 Jahren, die üblicherweise auf Meereshöhe leben. Raucher, Leistungssportler sowie Personen mit Vorerkrankungen sind ausgeschlossen, um vergleichbare Ergebnisse zu gewährleisten.

Für den gesamten Zeitraum erhalten die Probanden eine Aufwandsentschädigung von 400 Euro. Trotz dieser vergleichsweise geringen Bezahlung war das Interesse enorm: Bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung des Aufrufs gingen laut Bericht mehr als 160 Bewerbungen ein.

Wie wirkt Höhe auf die Gesundheit?

Das Leben in höheren Lagen bringt besondere Umweltbedingungen mit sich: geringerer Luftdruck, weniger Sauerstoff und stärkere UV-Strahlung. Diese Faktoren beeinflussen den menschlichen Körper nachweislich.

Studien zeigen, dass Menschen in größeren Höhen seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen oder bestimmten Krebsarten sterben. Gleichzeitig verlaufen Atemwegserkrankungen dort häufiger tödlich. Hinweise deuten darauf hin, dass mittlere Höhenlagen besonders günstige Effekte haben könnten – genau das soll nun genauer untersucht werden.

(VOL.AT)

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