Eine der größten Vorarlberger Firmenpleiten steht vor dem Abschluss
In besagtem Jahr handelte es sich sogar um die zweitgrößte Firmenpleite in Österreich.
Fast 64 Millionen Euro an Forderungen anerkannt
Das Insolvenzverfahren der Bertsch Energy GmbH & Co. KG in Bludenz ist nach drei Jahren am Landesgericht Feldkirch vor dem Abschluss. Denn wie aus der Insolvenzdatei hervorgeht, wurde die Schlussrechnung des Masseverwalters und Dornbirner Rechtsanwalts Wilhelm Klagian genehmigt. Demnach gibt es für die Gläubiger eine Quote von immerhin 12,004 Prozent. Das ist im Gegensatz zu den mitunter sehr mageren Quoten in anderen Insolvenzverfahren vergleichsweise hoch.
Nach Angaben von Nathaniel Heinritz, dem Leiter des KSV1870 Vorarlberg, seien in dem Verfahren ursprünglich 73,6 Millionen Euro an Forderungen angemeldet worden. Vom Masseverwalter anerkannt wurden davon 63,7 Millionen Euro. Insgesamt gebe es 526 betroffene Gläubiger, unter denen sich auch die Dienstnehmenden befinden.
Mehrere Gründe für hohe Insolvenzquote
Dass eine derart hohe Quote erzielt wurde, ist nach Information von Heinritz auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Da sei einmal die Veräußerung von Betriebs- und Geschäftsausstattungen, was rund sechs Millionen Euro in die Kassen der Masse gespült habe. Weitere 500.000 Euro seien durch den Verkauf einer Tochtergesellschaft in der Türkei hereingekommen. Zudem habe der Masseverwalter mehr als eine Million Euro durch erfolgreiche Anfechtungen von bereits geleisteten Zahlungen für die Masse gesichert.
Und schließlich habe auch die Fortführung eines bestehenden Projektes mehr als 730.000 Euro für die Masse gebracht. Die vergleichsweise lange Verfahrensdauer begründet Heinritz mit dem sehr komplexen Sachverhalt, der sich zwangsläufig durch das von Bertsch betriebene internationale Projektgeschäft mit großen Kraftwerksanlagen ergibt.
DIEFFENBACHER hat Assets von Bertsch 2023 übernommen
Das operative Geschäft der Bertsch Energy GmbH & Co. KG samt Assets und allen relevanten Vermögensteilen hat bekanntlich per 1. Jänner 2023 das deutsche Unternehmen DIEFFENBACHER übernommen. Der neue Eigentümer hat dazu eigens die DIEFFENBACHER Energy GmbH in Bludenz gegründet.
(wpa/gübi)