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"Eine falsche Bewegung – und er wäre gelähmt": Ersthelferin schildert dramatische Minuten nach Crash in Dornbirn

Dennis Strobel (VOL.AT) dennis.strobel@russmedia.com
Ein Mercedes-Fahrer erfasst zwei E-Biker – und rast danach noch in eine Mauer. Die Chefin eines nahe gelegenen Lokals und ausgebildete Ersthelferin schildert gegenüber VOL.AT die dramatischen Minuten nach dem schweren Unfall in Dornbirn – und wie sie Schlimmeres verhindern musste.

Ersthelferin greift sofort ein

Gülbahar Karadasoglu wurde von Mitarbeitern nach draußen geholt, kurz nachdem der Mercedes-Fahrer – dem laut Polizei deutliche Anzeichen einer Alkoholisierung angemerkt wurden – im Kreuzungsbereich Eisengasse/Dr.-Anton-Schneider-Straße zwei E-Biker erfasst hatte. "Dann habe ich gesehen, dass ein Fahrradfahrer am Boden gelegen ist und die Freundin laut geschrien hat", erzählt sie.

Sie verschaffte sich zunächst einen Überblick. "Ich habe geschaut, ob noch mehr Verletzte herumliegen – das ist immer das Erste." Schnell war klar: Ein Mann war schwer verletzt. Er war frontal erfasst worden, durch die Wucht des Aufpralls gegen eine zweite E-Bike-Fahrerin geschleudert worden und zu Sturz gekommen.

Die Mauer, gegen die das Unfallauto prallte. ©Strobel/VOL.AT

Dann wurde es kritisch. Umstehende wollten sofort helfen – doch genau das hätte fatale Folgen haben können. "Ein paar wollten ihn in die stabile Seitenlage bringen. Ich habe gesagt: Bitte weg, bevor ihr etwas Falsches macht." Der Verletzte hatte Verletzungen am Hals und am Arm. "Er war bei Bewusstsein, aber er konnte sich nicht bewegen."

Karadasoglu sorgte dafür, dass genügend Platz rund um den Verletzten geschaffen wurde. "Es waren einfach zu viele Leute. Ich habe alle zurückgeschickt, damit wir Luft haben." Auch die Freundin des Mannes, die unter Schock stand, wurde von ihr betreut. Und dann – eskalierte die Lage an einer anderen Stelle.

Das Video einer Überwachungskamera.

Szenen eskalieren – Ersthelferin als Dolmetscherin gefordert

"Auf der anderen Seite ist es dann eskaliert", berichtet Karadasoglu. Mehrere Angehörige des Unfalllenkers seien vor Ort gewesen. "Die Mutter hat einen Nervenzusammenbruch gehabt."

Auch hier griff die Ersthelferin ein. Sie beruhigte, übersetzte – und fuhr schließlich mit ins Krankenhaus. "Es gab große Sprachprobleme. Ich habe übersetzt und bin dann auch ins Krankenhaus mitgefahren." Erst gegen 1 Uhr nachts sei sie wieder in ihr Lokal zurückgekehrt.

"In so einem Moment musst du ruhig bleiben"

Trotz allem bewahrte Karadasoglu einen kühlen Kopf. "In dem Moment musst du einfach Ruhe bewahren." Entscheidend sei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. "Man schaut zuerst, ob weitere Verletzte da sind. Dann fokussiert man sich auf die, die Hilfe brauchen."

Panik sei das Letzte, was helfe. "Wenn jeder in Panik ist, hilft das niemandem."

Im Video sehen Sie das gesamte Interview mit der Ersthelferin.

(VOL.AT)

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