Eisheilige im Anmarsch: Warum Gärtner jetzt Geduld brauchen
Die Sonne lockt, die Regale in den Gartencentern leeren sich. Tausende Vorarlberger holen sich Geranien, Tomatenpflanzen und Kräuter nach Hause. Genau das könnte teuer werden.
Denn Mitte Mai droht die alte Bauernregel zur Realität zu werden: die Eisheiligen. Vom 12. bis 15. Mai bringen Pankratius, Servatius, Bonifatius und die "kalte Sophie" traditionell noch einmal Frost ins Land. Bodenfrost in den frühen Morgenstunden inklusive.
"Eindeutig zu früh"
Wie hart es heuer wird, kann derzeit niemand sagen. "Jetzt schon vorherzusagen, was Mitte Mai los ist, ist eindeutig zu früh", sagt Meteorologe Alexander Radlherr von GeoSphere Austria.
Es handle sich um eine sogenannte meteorologische Singularität – eine typische Frühjahrsphase mit möglichem Kälterückfall. Zeitpunkt und Intensität bleiben offen.
Mal pünktlich, mal gar nicht
Ein Blick zurück zeigt: Die Eisheiligen sind unberechenbar geworden.
"Manchmal kommen sie pünktlich, manchmal früher oder später und manchmal fallen sie ganz aus", so Radlherr. 2020 traten sie planmäßig auf. Der Mai 2021 war ungewöhnlich kalt. 2022 und 2024 fielen sie praktisch aus. 2023 brachte rund um den 15. Mai noch einmal eine spürbare Abkühlung. 2025 verschob sich die Kältephase deutlich.
Diese Pflanzen sind besonders gefährdet
Wer trotzdem nicht warten will, sollte wissen: Geranien, Petunien, Tomaten, Paprika, Gurken und Basilikum vertragen keinen Frost. Eine einzige kalte Nacht kann reichen, um die ganze Investition zu zerstören.
Robuster sind Stiefmütterchen, Primeln, Vergissmeinnicht und Hornveilchen. Auch Salat, Radieschen und Spinat halten leichte Minusgrade aus.
Die Faustregel der Profi-Gärtner
Wer auf Nummer sicher gehen will, hält sich an die alte Vorarlberger Regel: erst nach der "kalten Sophie" am 15. Mai pflanzen. Bis dahin: Pflanzen tagsüber rausstellen, nachts ins Haus oder mit Vlies abdecken.
Geduld zahlt sich aus. Eine Woche warten kostet nichts – ein Frosteinbruch dagegen die ganze Saison.
(VOL.AT)