Elf Jahre Planung und unzählige Behördengänge: So entstand die neue Montafoner Willkommenssäule
Mehr als ein Jahrzehnt Planung, unzählige Behördengänge und immer neue Entwürfe: Hinter der neuen Willkommenssäule am Taleingang des Montafon steckt eine Geschichte, die kaum jemand kennt. VOL.AT hat einen Blick hinter die Kulissen des außergewöhnlichen Projekts geworfen.
Die Idee, Gäste am Taleingang mit einem gemeinsamen Wahrzeichen zu begrüßen, reicht bis ins Jahr 2014 zurück. Damals brachte die Gemeinde Gaschurn-Partenen den Vorschlag ein, eine Willkommenssäule auf ihrem Gemeindegebiet zu errichten.
Rasch entwickelte sich daraus die Vision eines gemeinsamen Projekts für das gesamte Montafon. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Tourismusgemeinden nahm ihre Arbeit auf. Als jedoch die Finanzierung zur Diskussion stand, schwand das Interesse an mehreren Ortseingangssäulen. Übrig blieb schließlich die Idee zweier Landmarken – am Taleingang in Lorüns und auf der Bielerhöhe.
Inspiriert von Steinmännchen
Einen entscheidenden Impuls lieferte schließlich Architekt Bernd Lehne aus dem Allgäu. Inspiriert von den Steinmännchen, die Wanderer in den Alpen als Wegmarkierungen kennen, entwickelte er den ersten Entwurf der heutigen Säule. Doch der Weg zur Umsetzung blieb steinig. Immer neue behördliche Auflagen machten Anpassungen notwendig. 2019 schlug die Gemeinde Lorüns vor, die damals geplante Verkehrsinsel als Standort zu nutzen. Weitere Vorgaben – unter anderem die Möglichkeit, die Säule bei einer künftigen Straßenverlegung versetzen zu können – führten zu zahlreichen Überarbeitungen. „Es war der 28. Entwurf oder so“, sagte Bitschnau.
Auch danach war das Projekt noch nicht gesichert. Zwischenzeitlich gerieten die Planungen erneut ins Stocken. Erst durch die Unterstützung der Bauverwaltung Montafon konnten Verfahren vereinfacht und offene Fragen geklärt werden. Im März dieses Jahres galt das Vorhaben kurzzeitig sogar als gescheitert. Gemeinsam mit der neuen Gemeindevertretung in Lorüns gelang es schließlich doch noch, das Projekt innerhalb von nur zwei Monaten umzusetzen.
Bei hochsommerlichen Temperaturen machten sich die geladenen Gäste nach der Präsentation selbst ein Bild von der neuen Säule. Immer wieder wurde nach den eigenen Steinen gesucht, die im Rahmen der Beteiligungsaktion eingebracht worden waren. „Schau mal, ich glaube, das ist mein Stein“, sagte Imelda Dönz. Martin Lechthaler von der Firma Steincult, der die rund 900 Natursteine verarbeitet und angeordnet hat, erklärte den Besuchern geduldig die handwerkliche Umsetzung.
Große Erleichterung
Dass die Erleichterung über die Fertigstellung groß ist, machte Bitschnau beim Termin am Mittwoch mit einem Augenzwinkern deutlich. "Ich habe viele Mitarbeiter über diese lange Zeit verschlissen", sagte er lachend.
Fast wäre die Fertigstellung sogar gefeiert worden. "Wir haben überlegt, ob wir vor Freude nicht kurz die Straße sperren, Bierbänke aufbauen und ein großes Fest feiern – mit Musik und allem drum und dran", erzählte Bitschnau ebenfalls lachend. "Aber dann haben wir uns dagegen entschieden."
(VOL.AT)