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Energiezukunft im Fokus: Großprojekt und Speicher im Wandel

Vom modernisierten Pumpspeicherkraftwerk im Montafon bis zum Batteriespeicher im Eigenheim: Die illwerke vkw zeigt, wie Vorarlberg seine Energieversorgung fit für die Zukunft macht – technisch, regional und zunehmend intelligent.

Kraftakt im Montafon: Kopswerk II wird modernisiert

Seit 2008 ist das Pumpspeicherwerk Kopswerk II im Montafon ein Herzstück der Vorarlberger Energieversorgung. Jetzt wird die Anlage erstmals umfassend generalsaniert – ein Projekt, das sich über fünf Jahre erstreckt.

Projektleiter Christian Häuser beschreibt die Dimension: „Die Generalüberholung vom Kopswerk II erstreckt sich über fünf Jahre.“ Bereits 2024 begann die erste Maschinensperre, aktuell läuft die zweite von insgesamt drei geplanten Etappen.

Das Besondere: Der Betrieb läuft parallel weiter. Schritt für Schritt werden einzelne Maschinen überarbeitet, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. „Wir befinden uns in der fünften von zehn Wochen der Maschinensperre“, so Häuser.

Im Zentrum der Arbeiten steht die Turbine – das Herzstück der Anlage. Sie wurde nicht nur ausgetauscht, sondern technisch weiterentwickelt. „Wir haben die Möglichkeit genutzt und diese Turbine überarbeitet und dadurch sogar eine Effizienzsteigerung erreicht“, erklärt Häuser.

Versorgungssicherheit als oberste Priorität

Für die illwerke vkw ist das Projekt mehr als eine technische Notwendigkeit. Es ist eine Investition in die Zukunft der Energieversorgung – weit über Vorarlberg hinaus.

„Für uns hat die Versorgungssicherheit oberste Priorität“, betont Häuser. Gerade Pumpspeicherwerke spielen eine zentrale Rolle im europäischen Stromnetz: Sie gleichen Schwankungen aus und stabilisieren das System.


Strom speichern statt einspeisen: Trend im Eigenheim

Während Großanlagen modernisiert werden, verändert sich auch der Alltag vieler Haushalte. Immer mehr setzen auf Batteriespeicher, um selbst erzeugten Sonnenstrom besser zu nutzen.

Andreas Vonblon, Experte für Energieeffizienz, erklärt das Prinzip einfach: „Wenn Strom eingespeist wird ins Netz, kommt der Batteriespeicher ins Spiel und wird entsprechend geladen.“

Der Effekt ist deutlich: Ohne Speicher nutzen Haushalte oft nur rund 20 bis 25 Prozent ihres PV-Stroms selbst. Mit Speicher kann dieser Anteil auf bis zu 60 Prozent steigen.

Grenzen und Möglichkeiten der Technik

Ganz unabhängig vom Netz wird man damit aber nicht. Vor allem beim Laden von E-Autos stoßen Haushaltslösungen an ihre Grenzen.

„Ein klassischer Haushaltsspeicher liegt im Bereich 10 bis maximal 20 Kilowattstunden“, so Vonblon. Ein Elektroauto benötigt hingegen ein Vielfaches davon. Der gespeicherte Strom reicht daher primär für den Haushalt selbst – etwa für Kühlschrank, Kochen oder Beleuchtung in der Nacht.

Interessant wird es mit Blick auf die Zukunft: Intelligente Systeme könnten Stromflüsse automatisch optimieren – etwa je nach Börsenpreis oder Wetterprognose. Noch sind solche Lösungen eher die Ausnahme, könnten aber bald an Bedeutung gewinnen.


Nahwärme aus der Region: Projekt Weidach

Neben Strom rückt auch die Wärmeversorgung stärker in den Fokus. Ein Beispiel ist das Biomasse-Heizwerk Weidach, das seit dem vergangenen Jahr Teile von Bregenz und Wolfurt versorgt.

Michael Heubuch, Teamleiter im Bereich Nahwärme bei der illwerke vkw begleitet solche Vorhaben von der Idee bis zur Umsetzung. „Mich motiviert, dass wir nachhaltige Wärmeversorgung für Vorarlberg bauen, regionale Stoffströme schließen können und somit einen sozialen und ökologischen Mehrwert schaffen“, sagt er.

Sein Zugang zur Energiebranche ist bodenständig: Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Allgäu, kam er früh mit Biogas- und Photovoltaikanlagen in Kontakt.

Das Heizwerk Weidach setzt auf moderne Technologien wie aktive Kondensation – und zeigt, wie regionale Ressourcen effizient genutzt werden können.


Energie im Wandel – auch im Ländle

Ob Großkraftwerk, Eigenheim oder Nahwärme: Die Beispiele zeigen, wie breit der Wandel der Energieversorgung inzwischen angelegt ist.

Vorarlberg setzt dabei auf eine Mischung aus technischer Innovation, regionaler Wertschöpfung und langfristiger Planung. Die Herausforderungen bleiben – doch die Richtung ist klar.

(LÄNDLE TV)

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