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Ernst Seidl schließt Restrukturierung und Neuorientierung ab

In Zukunft wird der Catering-Unternehmer Ernst Seidl den Fokus in allererster Linie auf das Mehrzweckgebäude Firmament richten.
In Zukunft wird der Catering-Unternehmer Ernst Seidl den Fokus in allererster Linie auf das Mehrzweckgebäude Firmament richten. ©Firmament, ÖOC/Niklas Stadler
Der Catering-Unternehmer Ernst Seidl (Jg. 1971) will im Geschäftsjahr 2026 den seit gut zwei Jahren laufenden Prozess der Restrukturierung und Neuorientierung seiner beiden operativ tätigen Firmen abschließen.

Dieser Prozess betreffe insbesondere das Zusammenspiel zwischen seinen Unternehmen Seidl Catering und der Betreibergesellschaft des Mehrzweckgebäudes Firmament in Rankweil, das über Zwischengesellschaften ebenfalls Seidl gehört.

"Wir haben seit der Eröffnung des Firmaments 2022 in der Corona-Phase doch einige Zeit gebraucht, um uns genau darüber klar zu werden, wie groß die beiden Unternehmen sein müssen und welchen Fokus wir zukünftig worauf in welchem Ausmaß legen werden", so Seidl im wpa-Gespräch. Denn er sei als bisheriger "reiner" Caterer mit dem Firmament-Gebäude in einen für ihn völlig neuen Geschäftsbereich vorgestoßen. "Das muss man erst einmal untereinander abstimmen."

Zukünftiger Fokus liegt auf Firmament - deutlich weniger externe Caterings

Jetzt stehe fest, dass der maßgebliche Fokus auf der Weiterentwicklung des Business- und Tagungshotels Firmament mit integriertem Catering liegen werden. "Das ist die Zukunft und das ist auch der Grund dafür, warum ich hier an die 24 Millionen Euro investiert habe." Das Catering bei externen Veranstaltungen werde man zwar auch weiterhin anbieten, allerdings nur noch ab einer bestimmten Größe und vor allem auch nur, wenn es wirtschaftlich vertretbar sei. Damit habe man sich auch der gegenwärtigen Marktsituation angepasst.

Habe Seidl Catering früher bis zu 300 externe Caterings pro Jahr abgewickelt, so seien es jetzt etwa an die 100 Veranstaltungen. "Aber ebenfalls rund 100 Caterings stellen wir mittlerweile schon im Firmament auf die Beine." In oftmaliger Kombination mit dem Hotelbetrieb sei hier auch der Deckungsbeitrag entsprechend höher, da ein Hotel deutlich weniger Personal als ein Catering-Betrieb benötige.

Personalstand reduziert

Fast jede Restrukturierung und Neuorientierung bringt Veränderungen beim Personalstand mit sich. So sei der Personalstand von etwa 65 Mitarbeitenden auf jetzt 54 fix angestellte Personen reduziert worden. Dazu kommen an die 400 Aushilfen. Aus der ehemaligen Dreier-Geschäftsführung wurde mit Ernst Seidl und Bärbel Schober schon vor zwei Jahren eine Zweier-Geschäftsführung mit klarer Aufgabenteilung und striktem Controlling. Außerdem habe man in der Verwaltung und im Marketing Personal abgebaut. "Es hat sich gezeigt, dass der nunmehrige Personalstand vollkommen ausreichend ist."

Seidl Catering zuletzt mit Verlusten - heuer der Turnaround

Ein Blick in die Jahresabschlüsse 2024 der SE.Emotion Hotelbetrieb GmbH und der Seidl Catering GmbH zeigt, dass die Hotel-Betreibergesellschaft zu diesem Zeitpunkt stabil war. So konnte das Eigenkapital leicht auf beinahe 300.000 Euro gesteigert werden, der Bilanzgewinn legte geringfügig auf rund 260.000 Euro zu.

Anders das Bild bei der Seidl Catering GmbH. Dort schmolz das Eigenkapital von 226.000 Euro (2023) auf nur mehr 21.500 Euro in 2024. Zudem wurde ein Bilanzverlust von 26.000 Euro ausgewiesen. "2024 war für uns ein schwieriges Jahr mit spürbaren Verlusten. Diese Verluste konnten wir 2025 klar reduzieren, waren aber noch immer mit einer herausfordernden Situation konfrontiert", so Seidl. Im Jahr 2026 allerdings werde man bei Seidl Catering den Turnaround schaffen und wieder operativ Gewinne erzielen. "Die Restrukturierungsmaßnahmen beginnen zu greifen." Zudem sei die Buchungslage im Firmament für 2026 gut, sagte Seidl.

Firmament wurde nicht verkauft

Seit der Eröffnung des Firmaments kursieren in Vorarlbergs Wirtschaftswelt wiederholt Gerüchte, Ernst Seidl habe das Firmament-Gebäude mit seiner die Sinne herausfordernden Architektur mittlerweile schon verkauft. Im aktuellen Grundbuchauszug ist davon jedenfalls nichts zu sehen. Alleiniger Eigentümer ist die SE.Emotion Liegenschaft GmbH, die zur Gänze Ernst Seidl gehört. Ins Auge sticht lediglich ein Pfandrecht einer Vorarlberger Bank mit mehr als 22 Millionen Euro, was der Finanzierung des Projektes dient.

Gebäude hat bewusst drei Baukörper

"Ich habe das Firmament nicht verkauft und führe auch keine diesbezüglichen Gespräche", so Seidls klare Antwort auf eine entsprechende Frage. Allerdings sei es kein Geheimnis, dass das Gebäude mit Absicht aus drei großen Baukörpern bestehe, die man gegebenenfalls auch einzeln verkaufen kann. "Irgendwann könnte dies Teil einer Exit-Strategie sein, sofern ich keine eigenen Nachfolger habe. Das ist aber Zukunftsmusik."

(APA)

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