Nach Angaben des Landes Vorarlberg wurden am vergangenen Wochenende in Lustenau zwei Nester der Asiatischen Hornisse entdeckt. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Nachweis von Nestern dieser invasiven Art in Österreich. Während eines der Nester unbewohnt und noch sehr klein war, wurde das zweite bewohnte Nest bereits fachgerecht entfernt.
Bislang war die Asiatische Hornisse hierzulande lediglich durch eine Einzelsichtung bekannt geworden. Am 9. April 2024 war in der Stadt Salzburg eine junge Königin entdeckt worden. Damals existierte jedoch noch kein Nest.
Erster Nestfund in Österreich
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde laut Land Vorarlberg im Jahr 2004 nach Frankreich eingeschleppt. Seitdem breitet sich die Art in Europa aus.
Der aktuelle Fund in Lustenau markiert nun einen neuen Schritt dieser Entwicklung. Beide Nester wurden in unmittelbarer Nähe zueinander entdeckt. Bei den gefundenen Nestern handelt es sich um sogenannte Primärnester, die von den Königinnen im Frühjahr an geschützten Orten errichtet werden.
Nach Angaben des Landes können solche Nester etwa in Hecken, Schuppen, unter Dachvorsprüngen oder an Gebäuden entstehen. In dieser frühen Phase seien sie noch vergleichsweise leicht zu entdecken und zu entfernen.
Gefahr vor allem für Bienen
Für die heimische Imkerei gilt die Asiatische Hornisse als problematisch. Die Art jagt verschiedene Insekten, darunter Bienen, Wespen und Fliegen, um ihre Brut zu versorgen. Besonders vor Bienenstöcken lauern die Tiere laut Land Vorarlberg heimkehrenden Honigbienen im Schwebflug auf. Bei einem starken Auftreten könne dies Bienenvölker schwächen und in einzelnen Fällen sogar zu Völkerverlusten führen.
Die Asiatische Hornisse wird deshalb von der Europäischen Union als invasive gebietsfremde Art geführt. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, ihre Ausbreitung einzudämmen und Bekämpfungsmaßnahmen zu setzen.
Für Menschen meist nicht gefährlicher als heimische Hornissen
Das Land Vorarlberg betont gleichzeitig, dass die Asiatische Hornisse für gesunde Menschen grundsätzlich keine größere Gefahr darstellt als die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro).
Abseits ihrer Nester verhalten sich die Tiere in der Regel friedlich und greifen Menschen normalerweise nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Wie bei anderen Hornissen- oder Wespenstichen können allerdings allergische Reaktionen auftreten. Vor Nestern wird dennoch ausdrücklich gewarnt. Diese würden von den Tieren energisch verteidigt, wodurch es bei Annäherungen zu mehreren Stichen kommen könne.
Große Nester entstehen erst im Sommer
Die nun in Lustenau gefundenen Primärnester sind nur die erste Entwicklungsstufe. Wächst ein Volk weiter, zieht es im Hochsommer meist in ein deutlich größeres Sekundärnest um.
Diese Nester befinden sich häufig hoch oben in Baumkronen und können laut den Fachinformationen des Landes zwischen 1.500 und 2.000 Tiere beherbergen. Da sie oft im dichten Laub verborgen sind, werden sie vielfach erst im Herbst nach dem Laubfall entdeckt. Eine Entfernung gestaltet sich dann deutlich schwieriger.
Land bittet um Meldungen
Um eine weitere Ausbreitung möglichst früh zu erkennen, appelliert das Land Vorarlberg an Imkerinnen und Imker sowie an die Bevölkerung, verdächtige Sichtungen zu melden.
Insbesondere bei Bienenständen wird empfohlen, den Flugverkehr regelmäßig zu beobachten. Verdachtsfälle sollten nach Möglichkeit mit Fotos oder Videos dokumentiert werden. Wichtig sei dabei, dass die Färbung der Tiere gut erkennbar ist.
Von eigenständigen Fang- oder Tötungsversuchen wird ausdrücklich abgeraten. Hintergrund ist die mögliche Verwechslung mit der heimischen Europäischen Hornisse, die unter Schutz steht.
Meldestellen
- Zentrales Velutina-Meldeportal von Biene Österreich und den Landwirtschaftskammern: bienengesundheit.at/vespa-velutina
- Imkerverband Vorarlberg: velutina@viv.at
- Fachinformationen und Bestimmungshilfen: AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)
(VOL.AT)