Es ist angerichtet für einen Basketball-Abend mit Hochspannung. Wenn die Dornbirn Lions am Samstag um 18.30 Uhr das Future Team Steiermark in der Messeballsporthalle empfangen, geht es um nicht weniger als die Verlängerung der Saison. Der vierte Tabellenplatz und damit das Ticket für das Play-off liegt in eigener Hand.
Punktegleich mit KOS Celovec stehen die Lions aktuell auf Rang vier. Beide Teams haben jeweils ein direktes Duell für sich entschieden. Ausschlaggebend ist deshalb die Korbdifferenz, und hier haben die Dornbirner mit drei Treffern die Nase vorn. Ein Detail, das plötzlich enorme Bedeutung bekommt.
Die Ausgangslage spricht für die Lions
Auf dem Papier scheint die Aufgabe lösbar. Das Future Team Steiermark liegt in der West-Conference auf Rang sieben. Gleichzeitig trifft KOS Celovec auf die Kufstein Towers, die die Conference als Tabellenführer souverän anführen. Während Celovec also vor einer denkbar schweren Hürde steht, wartet auf die Lions der vermeintlich leichtere Gegner.
Lions-Manager Markus Mittelberger formuliert es selbstbewusst: "Es ist zumindest ein machbarer Sieg, wir gehen sicher als Favorit in die Partie", sagt er. Ganz ohne Einschränkung kommt der Optimismus aber nicht aus. "Obwohl man beim Future Team nie wisse, mit welcher Mannschaft sie antreten. Im Normalfall sollten wir sie zu Hause aber schlagen."
Ein Sieg wäre mehr als nur ein sportlicher Erfolg. "Der Play-off-Einzug wäre gut für die Motivation und fürs Gemüt", meint Mittelberger. Nach einer Spielzeit, die er selbst als "Wundertüte" bezeichnet.
Zwischen Glanz und Einbruch
Wie wechselhaft diese Saison verlief, zeigte zuletzt das Spiel gegen Spitzenreiter Kufstein. "Wir haben in der ersten Halbzeit grandios gespielt und sogar mit 16 Punkten geführt. Danach haben wir sehr schlecht auf eine Verteidigungsvariante der Tiroler reagiert und das Spiel noch aus der Hand gegeben", resümiert Mittelberger.
Der dritte Tabellenplatz wäre laut dem Manager durchaus in Reichweite gewesen. Doch Konstanz blieb das große Thema.
Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeigt, wie sehr die Lions auf diesen Moment brennen. In der Saison 2024/25 verpassten sie als Sechste das Play-off. 2023/24 gelang der Einzug, allerdings war gegen den späteren Meister Mistelbach Mustangs Endstation. In den Spielzeiten 2022/23, 2021/22 und 2020/21 blieb die Postseason ebenfalls außer Reichweite. 2019/20 stand Dornbirn noch auf Rang drei. Eine andere Zeit.
Schwieriges Los würde warten
Sollten die Lions den Einzug schaffen, wartet mit den Mistelbach Mustangs ein harter Brocken. "Sie sind wahnsinnig stark. Die Mustangs spielen schon fast drei Jahre mit der annähernd gleichen Mannschaft und sowohl die Legionäre aus Tschechien als auch die heimischen Spieler sind sehr routiniert. In einer Serie sind sie nur schwer zu schlagen, vor allem wenn wir ein Auswärtsspiel gewinnen müssen", sagt Mittelberger.
Mistelbach hätte als besser platziertes Team Heimvorteil in der Best-of-three-Serie. Für Dornbirn hieße das: mindestens ein Sieg in der Fremde.
Viel Qualität, wenig Führung
Ein Paradoxon prägt die Saison. Mit Hamilton, Bissokot und Hupmann stellen die Lions drei Spieler, die ligaweit in den Statistiken ganz vorne liegen. Und dennoch reicht es nicht für einen Spitzenplatz.
Mittelberger sieht zwei Gründe. "Erstens ist der Gap zwischen Profis und Einheimischen extrem groß, wir haben viele junge, ruhige, schüchterne Eigenbau-Spieler. Aber auch unsere Legionäre sind sehr ruhig. Hupmann ist Rookie und es ist sein erstes Jahr in Europa. Bissokot ist Franzose und spricht nicht gut Englisch, und Hamilton redet auch nicht sehr viel. Uns fehlen ein wenig die Führungsspieler, die vorangehen."
Der zweite Faktor sei die Kadertiefe. "Zweitens ist unser Kader sehr klein. Das spürt man gegen Ende der Saison."
Blick nach vorn
Die Planungen für die kommende Spielzeit laufen im Hintergrund bereits. Gespräche mit Spielern, insbesondere mit den Legionären, sind laut Mittelberger aber noch kein Thema. "Es ist noch viel zu früh. So früh sagt niemand für die kommende Saison zu, alle warten noch ab."
Zunächst zählt ohnehin nur der Samstagabend. 40 Minuten. Ein Spiel. Vielleicht der Schritt in eine Verlängerung, die in Dornbirn "wichtig fürs Gemüt" wäre.
(VOL.AT)