Ex-Prostituierte nutzte Gutgläubigen schamlos aus
von Christiane Eckert/VOL.AT
Mit Lügengeschichten über Krankheit und Elend zog sie Arbeiter 127.000 Euro aus der Tasche.
Die 43-jährige dreifache Mutter und der zehn Jahre ältere Mann kennen sich seit 2013. 2017 fingen die Lügengeschichten rund um Krankheit und Spitalsaufenthalte an. Der Arbeiter hatte immer wieder Mitleid und blätterte für die angeblichen „Gesundheitskosten“ über 92.000 Euro hin. Dazu kamen noch finanzielle Unterstützungen für Miete, Kaution, Kühlschrank, Bett und dergleichen. Alles in dem Glauben, die Frau sei, so wie geschildert, schwer krank. Als sie dann nochmals im Jänner 50.000 Euro wollte, ging der Mann zu einem Anwalt.
Verurteilt
Vor Gericht gestand die Frau, dass sie dem Opfer das Geld aus der Tasche gelockt habe. Aber nur, so ihre Erklärung, weil sie es einem Dritten habe abliefern müssen. Dieser Dritte habe sie bedroht, sie eingeschüchtert, sie sexuell bedrängt, sie habe keinen anderen Ausweg gewusst, tischt sie dem Gericht auf. Sie wird vom Schöffensenat wegen gewerbsmäßigen, schweren Betruges zu einer bedingten Haftstrafe von 14 Monaten und 1600 Euro Geldstrafe verurteilt. Schadenswiedergutmachung ist im Wert von 92.500 Euro offen, Verfall in der Höhe von 127.000 Euro. Doch egal welche Beträge theoretisch beglichen werden müssten. Sie ist im Insolvenzverfahren und wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Das Urteil ist rechtskräftig.
(VOL.AT)