Fahrgäste und Arbeiter schockiert über Vandalismus am Bahnhof Nenzing
Schaden nicht zu übersehen
Am Donnerstag waren die Folgen der Randale am Bahnhof Nenzing für alle Fahrgäste gut sichtbar. Wer auf einen Zug wartete oder gerade ankam, kam an den Schäden nicht vorbei. Viele Fahrgäste blieben beim VOL.AT-Lokalaugenschein am Mittag stehen, betrachteten die Zerstörungen und reagierten teils kopfschüttelnd.
Winterdienst-Traktor massiv beschädigt
Zwei Arbeiter der Firma Attensam entdeckten gegen 10 Uhr das Ausmaß des Schadens an ihrem Arbeitsgerät. Sie protokollierten den vorgefundenen Zustand mit Handyfotos. Das Unternehmen ist im Auftrag der ÖBB für den Winterdienst am Bahnhof zuständig, wie sie gegenüber VOL.AT erklärten. Der dort abgestellte Traktor, mit dem Schnee geräumt wird, war vollständig demoliert: Scheiben waren eingeschlagen, rund um das Fahrzeug lagen Glasscherben und Traktorenteile.
Auch der Streubehälter für Kies wurde aufgebrochen. Den Deckel habe er inzwischen bereits repariert, meinte einer der Winterdienst-Mitarbeiter. Beide Mitarbeiter zeigten sich gleichzeitig erzürnt und schockiert über den entstandenen Schaden.
Schüler reagieren mit Unverständnis
Schüler der Mittelschule Nenzing – viele von ihnen sind fast täglich rund um den Bahnhof unterwegs – zeigten sich überrascht darüber, dass fast gleichaltrige Jugendliche mutwillig solche Schäden angerichtet haben sollen. Besonders "hart" fanden sie den Schaden am Traktor und den Zustand, in dem der Warteraum hinterlassen wurde. "Es ist unnötig", sagte ein Schüler.
Pendler: "Da ist öfter was"
Ein Nenzinger, der am Bahnhof auf seinen Zug wartete, betrachtete den stark beschädigten Snackautomaten, neben dem noch Steine lagen. Dieser Schaden sei sicher nicht zufällig entstanden: "Sie wollten das mit Gewalt schaffen", war er sich sicher. Dass Bahnhöfe immer wieder durch Randale oder ähnliche Vorfälle negativ auffallen, sei nichts Neues. Auch der Nenzinger Bahnhof sei 2021 bereits negativ aufgefallen: durch einen Messerangriff, wie er sich erinnert.
Anrainer berichtet von wiederkehrenden Vorfällen
Ein direkter Anrainer schildert, dass es rund um den Bahnhof immer wieder zu Vorfällen mit Jugendlichen komme. Häufig gehe es um Übermut, teils auch im Zusammenhang mit Alkohol. In der Nacht selbst habe er tief geschlafen und nichts bemerkt. Dass sich Jugendliche öfter am Vorplatz oder auf der Stiege beim Bahnhof aufhalten, sei bekannt. Ein derartiges Ausmaß an Zerstörung sei ihm dort jedoch neu.
(VOL.AT)