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Fahrzeug fährt in Menschenmenge: Mindestens zehn Verletzte

©Reuters
In der Berliner Innenstadt, nahe der Gedächtniskirche, ist am Mittwoch ein Fahrzeug in eine Menschenmenge und ein Geschäft gefahren.

Dabei wurden nach Angaben der Feuerwehr ein Mensch getötet und mindestens acht Personen verletzt. Laut Polizei handelte es sich bei dem Fahrzeug um einen Pkw. Der mutmaßliche Lenker wurde an Ort und Stelle festgenommen. Er wird derzeit vernommen. Die Hintergründe waren vorerst unklar.

"Ob es sich um einen Unfall handelt oder vorsätzliches Handeln, ist noch nicht bekannt. Einsatzkräfte halten den Mann, der gefahren sein soll, vor Ort fest", gab die Berliner Polizei auf Twitter bekannt. Der Vorfall ereignete sich gegen 10.30 Uhr in der Tauentzienstraße, nahe der Gedächtniskirche und dem Ku'damm, eine bei Touristen und Shoppern sehr beliebte Gegend.

Das Auto war nahe der Straßenecke Kurfürstendamm, Rankestraße, Tauentzienstraße in eine Gruppe von Menschen gefahren und dann einige Meter weiter im Schaufenster eines Geschäfts auf der Tauentzienstraße zum Halten gekommen. Eine Sprecherin der Parfumerie-Kette Douglas bestätigte den Unfall. Es habe im Geschäft keine Verletzten gegeben.

Ob es sich bei dem Verstorbenen um einen Mann oder eine Frau handelte, teilte die Polizei vorerst nicht mit. Auch die konkrete der Zahl der Verletzten blieb zunächst unklar. Die Feuerwehr bestätigte acht verletzte Menschen, die Polizei sprach von mehr als einem Dutzend. Mehrere Menschen seien schwer verletzt.

Laut "Bild"-Zeitung handelte es sich bei dem Auto um einen silberfarbenen Renault Clio. Laut Augenzeugen sei der Fahrer zunächst weggerannt, hieß es dort weiters. Passanten sollen ihn festgehalten und an die Polizei übergeben haben, berichtete auch Polizeisprecher Thilo Cablitz. Weitere Details zum Fahrer gab er zunächst nicht bekannt - lediglich, dass der Mann vernommen werde und es geprüft werde, ob es sich um eine vorsätzliche Tat oder einen Verkehrsunfall handle, oder ob auch ein medizinischer Notfall in Betracht komme.

Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz und versorgten die Verletzten. Die Umgebung war weiträumig abgesperrt. "Aktuell befinden sich rund 60 Einsatzkräfte vor Ort oder sind auf der Anfahrt", twitterte die Feuerwehr. Zunächst hatte die Feuerwehr von 30 Verletzten gesprochen. Auf einem Foto, das im Internet gepostet wurde, war ein Pkw zu sehen, der im Schaufenster eines Geschäfts stand.

Der Schauplatz lag in der Nähe des Ortes eines tödlichen Angriffs am 19. Dezember 2016, als Anis Amri, ein gescheiterter tunesischer Asylbewerber mit islamistischen Verbindungen, einen Lastwagen entführte, den Fahrer tötete und ihn dann auf einen überfüllten Westberliner Weihnachtsmarkt pflügte. Elf Menschen starben in den Trümmern, einige Jahre später erlag ein 49-Jähriger den Spätfolgen einer Verletzung, die er erlitten hatte, als er den Opfern zu Hilfe eilte. Er wird als 13. Todesopfer des Anschlags eingestuft.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zeigte sich in einer Aussendung schockiert über den Vorfall. "Ich bin in der Lagezentrale und informiere mich laufend. Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei allen Betroffenen!", twitterte sie.

(APA)

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