Festnahme nach 180 Einbrüchen – Spur führt bis nach Vorarlberg
Ein spektakulärer Ermittlungserfolg ist dem Landeskriminalamt Niederösterreich gelungen: Ein 50-jähriger Mann aus Bosnien wurde nach jahrelanger Fahndung festgenommen. Er soll seit 2012 für insgesamt 180 Einbrüche in ganz Österreich verantwortlich sein.
Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Serieneinbrecher begannen bereits im März 2012. An zahlreichen Tatorten wurden über die Jahre hinweg DNA-Spuren sichergestellt, die stets demselben Täter zugeordnet werden konnten – dessen Identität jedoch lange ungeklärt blieb. Erst durch akribische kriminalpolizeiliche Arbeit kam nun Bewegung in den Fall.
Auf frischer Tat ertappt
Am 1. Juli 2025 gelang den Ermittlern schließlich der entscheidende Zugriff: Nach einem Einbruch in ein Firmengebäude im Bezirk Mödling wurde der Verdächtige im Gemeindegebiet von Wiener Neudorf auf frischer Tat erwischt und vorläufig festgenommen.
Der Festgenommene, ein in Wien-Brigittenau wohnhafter bosnischer Staatsangehöriger, wurde von der Staatsanwaltschaft St. Pölten in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Mittlerweile wurde er in die Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt. Bei seiner Einvernahme verweigerte er jegliche Aussage.
Delikte in fünf Bundesländern
Die Vorwürfe wiegen schwer: Zwischen 2012 und Juni 2025 soll der Mann 180 Einbruchsdiebstähle verübt haben – der Großteil davon in Niederösterreich. Allein dort wurden ihm 146 Taten zugeordnet, insbesondere in den Bezirken Mödling (83 Fälle), Bruck an der Leitha (23), Tulln (23), Baden (16) und St. Pölten (1).
Weitere Tatorte verteilten sich über:
- Wien (19 Einbrüche, hauptsächlich im 23. Bezirk)
- Burgenland (9 Fälle im Raum Eisenstadt)
- Oberösterreich (3 Fälle in Linz)
- Vorarlberg (3 Fälle im Raum Bregenz)
Ziel: Firmen, Schulen, öffentliche Gebäude
Im Fokus der kriminellen Aktivitäten standen vor allem gewerbliche Objekte: 154 der betroffenen Gebäude waren Firmen- oder Bürogebäude. Doch auch öffentliche Einrichtungen blieben nicht verschont. Unter den Zielobjekten befanden sich zudem sieben Bildungseinrichtungen, fünf Feuerwehrhäuser, fünf Vereinshäuser sowie neun weitere öffentliche Institutionen.
Der durch die Einbrüche verursachte Sachschaden summiert sich auf über 760.000 Euro. Der geschätzte Wert der gestohlenen Gegenstände beläuft sich auf rund 195.000 Euro.
Langjährige Serie, akribische Ermittlungen
Warum es so lange dauerte, bis der mutmaßliche Täter identifiziert werden konnte, liegt nicht an mangelnden Spuren: Die forensischen Datenbankeinträge stimmten über Jahre hinweg überein, ein passender Treffer blieb jedoch aus – bis jetzt. Mit der Festnahme fand eine der umfassendsten Einbruchsserien der vergangenen Jahre möglicherweise ihr Ende.
Ob der Beschuldigte allein agierte oder Komplizen hatte, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen.
(VOL.AT)