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Fichte sorgt für Pollen-Explosion in Vorarlberg

Deshalb ist derzeit alles gelb.
Deshalb ist derzeit alles gelb. ©APA/dpa/Wolfgang Kumm
Ein außergewöhnlich starker Pollenflug beschäftigt derzeit Vorarlberg.

Verantwortlich ist vor allem die Fichte, die heuer in einem sogenannten Mastjahr ungewöhnlich viel Blütenstaub produziert. Experten sehen darin auch eine Folge des Klimawandels, so der ORF.

Der gelbliche Film auf Autos, Balkonen und Gartenteichen fällt derzeit im ganzen Land auf. Was viele für lästigen Schmutz halten, ist in Wahrheit ein Naturphänomen: Die Fichten in Vorarlberg stoßen heuer massiv Blütenstaub aus. Der Grund ist ein sogenanntes Mastjahr, das laut Fachleuten zunehmend häufiger auftritt.

Klimawandel treibt Pollenproduktion an

"Ein solches Mastjahr gab es früher etwa alle fünf bis sieben Jahre", erklärte Konrad Pagitz vom Institut für Botanik der Universität Innsbruck. "Durch die wärmer werdenden Sommer beobachten wir aber, dass diese intensiven Blühphasen häufiger werden."

Auch in Vorarlberg bestätigt man diese Entwicklung. Thomas Ölz von der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer verweist zusätzlich auf die zunehmende Trockenheit: "Vor allem trockene Winter setzen den Fichten zu." Der Stress führe dazu, dass die Bäume verstärkt in ihre Fortpflanzung investieren.

Wenn alle Fichten gleichzeitig blühen

Typisch für ein Mastjahr ist, dass nahezu alle Fichten gleichzeitig blühen – meist zwischen April und Mai. Während in "normalen" Jahren ein Großteil der Energie ins Wachstum fließt, konzentrieren sich die Bäume in diesen Phasen auf die Samenproduktion, so der ORF.

Die Folge: enorme Mengen an Blütenstaub, die vom Wind verbreitet werden. Sichtbar wird das als feiner, gelber Belag, der sich derzeit fast überall absetzt.

Viel Pollen – aber wenig Allergiegefahr

So lästig der Pollenfilm im Alltag auch sein mag, gesundheitlich ist er meist unproblematisch. "Fichtenpollen lösen in der Regel keine allergischen Reaktionen aus", heißt es aus Fachkreisen. Die aktuell hohe Belastung betrifft Allergiker daher weniger stark als etwa der Blütenstaub von Gräsern oder Birken.

Positive Effekte für den Wald

Das Phänomen hat auch eine wichtige ökologische Funktion. Mehr Pollen bedeutet im Herbst auch mehr Samen – und damit mehr Nachwuchs im Wald. Langfristig kann das helfen, Bestände zu stabilisieren und sich an veränderte Klimabedingungen anzupassen.

In Vorarlberg ist die Fichte mit rund 60 Prozent Anteil am Waldbestand die dominierende Baumart. Entsprechend deutlich zeigt sich das Mastjahr heuer im Landschaftsbild – und im Alltag der Menschen.

(VOL.AT)

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