Der Jubel in der Hofsteighalle wollte gar nicht mehr enden. Nach einem Halbfinale, das an Dramatik kaum zu überbieten war, hat der UBSC Wolfurt den Sprung ins Finale der Badminton-Bundesliga geschafft. Gegen Mödling setzte sich der Grunddurchgangssieger erst im entscheidenden Golden Set mit 21:18 durch und darf damit weiter vom dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte träumen.
Kalt erwischt
Dass es ein derart zähes Ringen werden würde, damit hatte selbst Kapitän Kilian Meusburger im Vorfeld nicht gerechnet. Zwar sei klar gewesen, dass man den Gegner nach dessen Sieg gegen Titelverteidiger Pressbaum keinesfalls unterschätzen dürfe. "Aber dass sie uns so fordern und wirklich an unsere Grenzen bringen, hätte ich nicht gedacht", so der 25-Jährige.
Dabei begann das Duell alles andere als nach Wunsch. Schon das erste Herrendoppel ging verloren, später lag Wolfurt sogar mit 2:4 zurück. Der scheinbar souveräne Grunddurchgang, in dem sich die Hofsteig-Equipe mit acht Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage an die Spitze gespielt hatte, half in diesem Moment wenig. Plötzlich war Druck da, plötzlich war das Aus möglich.
Der Glaube an die Wende
Was folgte, war jedoch eine bemerkenswerte Reaktion. "Das ganze Team hat immer daran geglaubt", betont Meusburger. "Wir sind ruhig geblieben und haben gewusst, dass nichts verloren ist, bis der letzte Ballwechsel gespielt ist."
Einen entscheidenden Wendepunkt sah der Kapitän im ersten Herreneinzel. Nachdem Andraz Krapec bereits mit 0:2 Sätzen zurückgelegen hatte, kämpfte er sich noch zurück und gewann die Partie. "Da hat man gemerkt, jetzt ist wieder alles möglich", sagt Meusburger. Im Golden Set behielten schließlich Miha Ivanic und Krapec die Nerven und fixierten den viel umjubelten Finaleinzug.
Für den Verein hat dieser Erfolg besondere Bedeutung. Zum ersten Mal seit 2018 steht Wolfurt wieder im Endspiel. "Das ist der Lohn für die Arbeit, die im Verein in den letzten Jahren geleistet wurde", sagt Meusburger.
Endspiel gegen Rekordmeister Traun
Auch für den Kapitän persönlich ist der Finaleinzug speziell. "Das wird sehr besonders für mich." Zwar war er schon beim letzten Wolfurter Finalvorstoß vor acht Jahren im Klub, damals allerdings noch als Bundesligaspieler des BC Feldkirch. Nun erlebt er das Endspiel erstmals als aktiver Wolfurter.
Im Finale wartet nun Rekordmeister Traun, der sich im zweiten Halbfinale ebenfalls erst im Golden Set gegen Pressbaum durchsetzte. Die Serie beginnt am 18. April auswärts, am 25. April steigt das Rückspiel in der Hofsteighalle, ein mögliches Entscheidungsspiel würde am 26. April ebenfalls in Wolfurt ausgetragen. "Im Finale ist alles möglich", sagt Meusburger. Traun bringe enorme Erfahrung mit, spielerisch würden sich die beiden Teams aber wenig schenken, entsprechend erwartet er "ein spannendes Duell".
Dass zwischen Halbfinale und Finalserie eine Pause liegt, kommt Wolfurt nicht ungelegen. Nach dem Krimi gegen Mödling könne die Mannschaft etwas herunterkommen, zudem sind mit Anna Hagspiel und Lena Rumpold zwei Wolfurter Bundesliga-Spielerinnen bei der Individual-EM (6. bis 12. April) in Huelva (Spanien) gefordert. Danach soll der Fokus wieder ganz dem Titeltraum gelten, der in Wolfurt nach acht Jahren wieder lebendig ist.
(VOL.AT)