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Forensische Ambulanz in Rankweil geschlossen – was jetzt?

Seit 31. März ist die forensische Ambulanz in Rankweil geschlossen. Rund 35 Patienten pro Jahr waren betroffen.
Seit 31. März ist die forensische Ambulanz in Rankweil geschlossen. Rund 35 Patienten pro Jahr waren betroffen. ©VN/Paulitsch
Seit 31. März ist die forensische Ambulanz in Rankweil geschlossen. Rund 35 Patientinnen und Patienten pro Jahr waren betroffen. Der Bund sucht nun nach einer Lösung – doch Kritik aus der Politik bleibt.

Die forensische Ambulanz im Landeskrankenhaus Rankweil ist seit dem 31. März 2026 geschlossen. Das Institut für Sozialdienste (Ifs) hat den Betrieb eingestellt – laut eigenen Angaben aus finanziellen Gründen. Wie es nun weitergeht, ist offen.

Was die Ambulanz in Rankweil geleistet hat

Die Einrichtung betreute Menschen nach ihrer Entlassung aus dem Straf- oder Maßnahmenvollzug. Dabei handelte es sich um Personen mit psychischen Erkrankungen oder schweren Persönlichkeitsstörungen im Zusammenhang mit Straftaten.

Laut Ifs erfolgte die Betreuung in der Regel auf Basis gerichtlicher Weisungen. Das Angebot umfasste unter anderem:

  • psychiatrisch-fachärztliche Behandlung
  • Medikationskontrolle
  • psychotherapeutische Begleitung
  • Risikoeinschätzungen

Dieses spezialisierte Angebot ist nun vollständig weggefallen.

Rund 35 Betroffene pro Jahr – Versorgung weiter gesichert

In den Jahren 2024 und 2025 wurden jeweils rund 35 Patientinnen und Patienten betreut. In den ersten Monaten 2026 habe man laut Ifs ausschließlich den Übergang in niedergelassene Praxen organisiert.

Nach Angaben des Instituts konnte für alle Betroffenen ein Behandlungsplatz gefunden werden. Die weitere Versorgung sei damit sichergestellt.

Bund sucht Nachfolgelösung – keine Pflicht zur Ambulanz

Zuständig für forensische Ambulanzen ist grundsätzlich der Bund. Das Justizministerium betont, seiner Finanzierungspflicht nachgekommen zu sein und bedauert die Schließung.

Aktuell stehe man in Kontakt mit dem Land Vorarlberg, um neue Anbieter zu finden – etwa im Bereich niedergelassener Fachärztinnen und Fachärzte.

Gleichzeitig stellt das Ministerium klar: Eine gesetzliche Verpflichtung, forensische Ambulanzen zu betreiben, besteht nicht. Betroffene könnten sich auch direkt an Fachärztinnen und Fachärzte wenden – wie in anderen Bundesländern ohne solche Einrichtungen.

Politischer Streit im Landtag

Die Schließung sorgt auch politisch für Diskussionen. Die Grünen forderten im Sozialpolitischen Ausschuss den Erhalt der Ambulanz. ÖVP und FPÖ lehnten den Antrag jedoch ab.

Begründung: Die Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sei ausreichend gewährleistet.

Land fordert Bund zum Handeln auf

Die Vorarlberger Landesregierung spricht sich aber weiterhin für eine eigene forensische Ambulanz aus. Soziallandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) fordert laut ORF vom Bund eine angemessene Finanzierung. Das Land selbst könne diese Aufgabe nicht übernehmen.

(VOL.AT)

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