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Forscher holen Eiszeit-Lebewesen zurück ins Leben

Permafrost-Fund verblüfft Wissenschaft: Tier überlebt Eiszeit. (SYMBOLBILD)
Permafrost-Fund verblüfft Wissenschaft: Tier überlebt Eiszeit. (SYMBOLBILD) ©Mit KI (ChatGPT) generiert
Russische Forscher haben ein winziges Tier aus dem sibirischen Permafrost reaktiviert. Der rund 24.000 Jahre alte Rädertierchen-Organismus wurde im Labor aufgetaut, überlebte – und vermehrte sich sogar.

Ein Überlebenskünstler aus der Eiszeit

Es ist eine Geschichte, die selbst erfahrene Wissenschafter staunen lässt: Ein mehrzelliges Lebewesen, eingefroren seit der letzten Eiszeit, kehrt ins Leben zurück. Genau das ist Forschern des Boden-Kryologie-Labors im russischen Puschtschino gelungen.

Sie entdeckten ein sogenanntes Rädertierchen (Bdelloidea) im Permafrost nahe des Alaseja-Flusses in Sibirien. Radiokarbondatierungen zufolge ist das umgebende Erdmaterial rund 24.000 Jahre alt – ebenso lange dürfte das Tier in einer Art biologischem "Winterschlaf" verbracht haben.

Nach dem vorsichtigen Auftauen im Labor begann das Mikrotier wieder zu funktionieren. Mehr noch: Es vermehrte sich durch sogenannte Parthenogenese, also ungeschlechtliche Fortpflanzung. Ein klarer Hinweis darauf, dass der Organismus die Jahrtausende nicht nur überstanden, sondern vollständig intakt überlebt hat.

Leben im Stillstand

Möglich macht das ein Zustand, den Wissenschafter als Kryptobiose bezeichnen. Dabei fahren Organismen ihre Stoffwechselprozesse nahezu komplett herunter – ein extremes Überlebensprogramm, das sie gegen Kälte, Austrocknung und Sauerstoffmangel schützt.

Bislang ging man davon aus, dass vor allem einfache Einzeller solche extremen Zeiträume überstehen können. Die neuen Ergebnisse zeigen jedoch: Auch komplexere, mehrzellige Organismen besitzen offenbar diese Fähigkeit.

Bedeutung für Forschung und Raumfahrt

Die Entdeckung reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Funde ein – etwa 46.000 Jahre alte Fadenwürmer, die ebenfalls reaktiviert wurden. Für die Wissenschaft ergeben sich daraus spannende Perspektiven.

Zum einen könnten die Mechanismen der Kryptobiose helfen, neue Methoden zur Kryokonservierung zu entwickeln – etwa für menschliche Zellen, Gewebe oder sogar Organe. Zum anderen liefert der Fund Hinweise für die Astrobiologie: Wenn Leben extreme Bedingungen über so lange Zeiträume übersteht, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es außerhalb der Erde existieren könnte – etwa auf eisigen Monden oder dem Mars.

(VOL.AT)

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