Frühlingserwachen: Frösche, Kröten & Co. sind auf dem Weg zu Laichplätzen in Vorarlberg
Mit den frühlingshaften Temperaturen Anfang März 2026 beginnt in Vorarlberg wieder die jährliche Laichwanderung der Amphibien. Noch bis April sind zahlreiche Tiere auf dem Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern – oft über weite Strecken und quer über Straßen.
Elisabeth Ritter von der inatura Dornbirn erklärt, dass die Wanderungen in tieferen Lagen früher einsetzen als in höher gelegenen Gebieten. Bei ungünstiger Witterung könne sich die Laichzeit verlängern, ein Kälteeinbruch bringe sie vorübergehend sogar zum Stillstand. Besonders aktiv sind die Tiere in der Dämmerung und in den ersten Nachtstunden.
Diese Arten sind jetzt unterwegs
Wer aktuell Amphibien entdeckt, sieht häufig Grasfrösche oder erste Bergmolche. In den kommenden Tagen machen sich auch Erdkröten auf den Weg zu ihren Laichgewässern.
Vorarlberg beherbergt mehrere bedrohte Arten. Grasfrosch, Erdkröte und Alpensalamander gelten als "Gefährdung droht", der Teichmolch ist bereits "gefährdet". Laubfrosch, Gelbbauchunke und Kammmolch stehen in der Kategorie "stark gefährdet".
Feuersalamander und Fadenmolch sind laut Ritter sehr selten und kommen nur in kleinen Verbreitungsgebieten vor. Der Kleine Wasserfrosch und der Teichfrosch gelten als "vom Aussterben bedroht", da sie laut Expertin nahezu vollständig vom Italienischen Wasserfrosch verdrängt worden sein dürften.
Monitoring: Vorarlberger können mithelfen
Die inatura Dornbirn startet auch 2026 wieder ein landesweites Amphibien-Monitoring. Ziel ist der Aufbau eines Laichgewässerinventars mit Daten zu Gewässern und vorkommenden Arten. Diese Informationen sollen als Grundlage für gezielte Schutzmaßnahmen dienen.
Mitmachen können alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger:
- Laichgewässer melden: Besonders Grasfrosch und Erdkröte legen oft weite Strecken zurück. Viele Laichplätze sind noch nicht erfasst.
- Beobachtungen dokumentieren: Amphibien sollen fotografiert und an die inatura gemeldet werden.
- Gewässer begleiten: Vom Beginn der Laichzeit über die Entwicklung der Larven bis zum Verlassen des Gewässers sollen Beobachtungen festgehalten werden.
Große Gefahr durch Straßenverkehr
Neben Lebensraumverlust, Trockenlegung von Gewässern, klimabedingter Austrocknung und Pestiziden stellt vor allem der Straßenverkehr ein erhebliches Risiko dar.
Ritter appelliert daher an Autofahrerinnen und Autofahrer, besonders in den Abendstunden aufmerksam zu fahren.
So kann man konkret helfen
Wer Amphibien aktiv unterstützen möchte, kann temporäre Schutzzäune errichten. Entlang von Straßen werden dafür unüberwindbare Zäune aufgebaut. In regelmäßigen Abständen werden Eimer ebenerdig eingegraben.
Die Tiere wandern am Zaun entlang, fallen in die Eimer und werden von freiwilligen Helferinnen und Helfern sicher auf die gegenüberliegende Straßenseite getragen.
(VOL.AT)