"Für die Erwachsenen tun wir nichts mehr" – Immer mehr Vorarlberger beschenken zu Weihnachten nur noch die Kinder
"Wir schenken uns nichts"
Das ist ein Satz, den man vor Weihnachten öfter hört. Für viele ist er eine Reaktion auf Konsumdruck und Geschenkestress. Statt teurer Päckchen rücken gemeinsame Zeit und einfache Lösungen in den Mittelpunkt. Nur für die Kleinen gibt es noch Geschenke. Wie reagieren Vorarlberger darauf?
"Jeder kriegt ein Geschenk"
"Das sagt immer meine Frau zu mir, aber das ist mir egal", meint Werner Kohler aus Lochau. "Ich sage: Jeder kriegt ein Geschenk unter dem Baum." Vom kompletten Verzicht auf Geschenke für Erwachsene hält er wenig, wie er zu verstehen gibt. "Es muss ja nicht teuer sein. Wichtig ist, es kommt von Herzen."
"Das ist das Ziel für nächstes Jahr"
Nadine Bischof aus Hard plant bereits die Umsetzung: "Das ist das Ziel für nächstes Jahr. Dass nur die Kinder was kriegen und wir gegenseitig einfach wichteln." Man könne sich unter dem Jahr etwas schenken, gibt sie zu verstehen. "Dann hat man zu Weihnachten nicht so einen Stress. Ich glaube, es geht ein bisschen darum, die Adventzeit wieder für die Besinnlichkeit zu nutzen."
"Für die Erwachsenen tun wir nichts mehr"
"Das geht in Ordnung", meint Peter Zani aus Hörbranz. "In meinem Alter hat man eigentlich alles." Nur etwas zu verschenken, damit es dann rumsteht, wäre aus seiner Sicht schade. "Da haben wir uns einfach entschlossen, dass wir uns in der Familie nicht schenken", meint er. "Für die Erwachsenen tun wir nichts mehr. Das kriegen alles die Enkel oder Göttekinder."
"Nichts bedeutet wirklich nichts"
"Das ist vom Alter der Kinder abhängig", meint Susann Wells aus Lochau. "Unsere Kinder sind alle erwachsen und sie bekommen tatsächlich nichts zu Weihnachten. Und nichts bedeutet wirklich nichts", sagt sie. Statt Geschenken setzt die Familie auf gemeinsames Feiern. Die Organisation läuft reihum: Jedes Jahr lädt jemand anderer ein. "Jede Kinderfamilie ist zuständig für eine unterschiedliche Mahlzeit." Einmal die Vorspeise, der Hauptgang und dann das Dessert oder Aperitif.
"Ja, es funktioniert perfekt"
Auch Santina Wochinz aus Bregenz sieht im Verzicht auf Erwachsenengeschenke kein Problem. "Legitim. Jeder soll es so machen, wie er will", meint sie. Auf die Frage, ob das Modell funktioniere, wenn nur die Kinder Geschenke bekommen, sagt sie klar: "Ja, es funktioniert perfekt." In ihrer Familie wird sowieso gewichtelt, wie sie zu verstehen gibt. Die Kinder bekommen noch normale Weihnachtsgeschenke.
Jetzt abstimmen
(VOL.AT)