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"Für diese Erkenntnis hat man lange gebraucht"

©GEPA, Steurer
Hypomeeting-Finanzchef Walter Weber findet klare Worte zum Verlust langjähriger Partner, das Budget steigt auf Rekordniveau.

Der Abgang zweier Großsponsoren überschattet die Vorbereitungen auf das 51. Hypomeeting in Götzis. Finanzchef Walter Weber wählt deutliche und teils emotionale Worte, um die finanzielle Situation, aber auch die ideelle Bedeutung der Veranstaltung einzuordnen. Trotz der Einschnitte bleibt das traditionsreiche Mehrkampfmeeting finanziell auf Kurs, allerdings nur dank Rücklagen.

Finanzchef des Mehrkampf-Spektakels in Götzis: Walter Weber. ©Steurer

Wenn Vertrauen verloren geht

"Große Leistungen brauchen stabile Partnerschaften", das werde beim Hypomeeting seit Jahrzehnten gelebt, betonte Weber. Umso schmerzlicher sei es, wenn sich langjährige Partner verabschieden. Wobei differenziert werden müsse: Einer der beiden Großsponsoren habe sich angesichts der wirtschaftlichen Lage dazu entschieden, sein Engagement deutlich zurückzufahren, bleibe dem Meeting jedoch weiterhin als Partner erhalten.

Das Hypomeeting zieht jedes Jahr die Massen ins Möslestadion, nicht jedoch Sponsoren. ©GEPA

Besonders kritisch sieht Weber hingegen die Begründung eines anderen Sponsors, wonach das Meeting "nichts bringe". Eine Aussage, die für Unverständnis sorgt: "Für diese Erkenntnis hat man recht lange gebraucht, nach rund 30 Jahren Zusammenarbeit."

Dieser Partner steht mehrheitlich im Eigentum des Landes Vorarlberg. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um die Hypo Vorarlberg Bank AG, die ihre langjährige Partnerschaft unverändert fortsetzt und weiterhin als Namensgeber des Meetings auftritt.

Für Weber wirft das grundsätzliche Fragen auf: Wenn selbst international renommierte Veranstaltungen wie das Hypomeeting keinen Mehrwert liefern sollen, müsse die Rolle von Sport- und Kulturveranstaltungen im Land neu gedacht werden.

Ohne die rund 500 freiwilligen Helfer wäre die größte Leichtathletik-Veranstaltung in Vorarlberg nicht umzusetzen. ©Privat

Neben finanziellen Aspekten hob Weber vor allem den ideellen Wert des Meetings hervor. Der Spitzensport sei eng mit Nachwuchsförderung und Ehrenamt verknüpft. Allein im Organisationsteam seien seit dem letzten Meeting rund 444 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden. "Das ist ein Engagement, das man nicht in Zahlen messen kann", so Weber.

Rekordbudget

Finanziell bedeutet der Rückzug der Partner ein Minus von rund 70.800 Euro bei Sponsoren und Subventionen. Das Gesamtbudget steigt dennoch leicht auf rund 823.000 Euro (Vorjahr: etwa 800.000 Euro) und erreicht damit einen neuen Höchstwert. Mehrkosten entstehen unter anderem durch infrastrukturelle Maßnahmen wie die Trinkwasserversorgung im Stadion sowie Investitionen in die Energieversorgung.

Um das Budget auszugleichen, müssen Rücklagen herangezogen werden, konkret rund 55.000 Euro. "Wir sind optimistisch, den Verlust mittelfristig wieder wettmachen zu können", zeigte sich Weber dennoch zuversichtlich.

Sportlicher Anspruch bleibt hoch

Am sportlichen Konzept wird nicht gerüttelt: Hochkarätige Starterfelder gelten weiterhin als zentraler Erfolgsfaktor. Diese bringen jedoch auch steigende Kosten mit sich, etwa durch leistungsabhängige Bonuszahlungen. Gleichzeitig bleibt der Spielraum auf der Einnahmenseite begrenzt. Die Kapazität des Möslestadions ist nahezu ausgeschöpft, bei den Eintrittspreisen setzt man bewusst auf Familienfreundlichkeit statt auf Gewinnmaximierung.

Die Organisatoren sehen sich einmal mehr im Spannungsfeld zwischen wachsendem Qualitätsanspruch und wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Wunsch ist klar formuliert: mehr Planungssicherheit seitens der Partner. "Wenn wir frühzeitig wissen, dass jemand aussteigt, können wir reagieren", so Weber.

(VOL.AT)

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