Fußball-WM: Gewalt und Iran-Krieg machen Mexiko vor Play-off Sorgen
So ist die Lage in Mexiko
Ende Februar wurde der mächtige Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes bei einem Militäreinsatz in Mexiko getötet. Es folgten schwere Gewaltausbrüche seiner Anhänger. Mehr als 70 Menschen kamen ums Leben. Das Chaos ließ Zweifel an der Eignung Mexikos als Austragungsort aufkommen.
Inzwischen hat sich die Sicherheitslage im Land wieder normalisiert. Das bedeutet aber auch, dass die Drogenkartelle ihre Geschäfte wie bisher weitermachen und es an bestimmten Orten wiederholt zu Schießereien kommt. Die Menschen in den drei WM-Gastgeberstädten - Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara - können aber im Großen und Ganzen wieder ein normales Leben führen. Präsidentin Claudia Sheinbaum hat eine Sicherheitsgarantie für die Fußball-WM abgegeben.
Mehr als 100.000 Soldaten, Polizisten und private Sicherheitskräfte sowie Drohnen, Militärflugzeuge und Sprengstoffspürhunde sollen im Sommer für einen sicheren Ablauf sorgen. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte, dass er "volles Vertrauen" in die mexikanischen Ausrichter habe.
Wie gehen die Vorbereitungen voran?
Trotz einiger Verzögerungen bei den Bauarbeiten im Bereich Mobilität und Verkehrsanbindung, hat die Regierung versichert, dass diese Infrastrukturprojekte vor der WM fertiggestellt werden. Dazu zählt etwa eine Zugverbindung zwischen Mexiko-Stadt und dem neuen, weit entfernten Flughafen AIFA.
In der Millionen-Metropole ist Verkehrschaos an der Tagesordnung. Die Regierung verhandelt außerdem mit Taxifahrern und Vertretern von Fahrdienst-Apps, die sich um das Recht streiten, Fahrgäste am internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt abzuholen.
Diese Teams können sich in Mexiko WM-Tickets sichern
In zwei Pfaden werden zwei Tickets vergeben. Im Halbfinale am Donnerstag treffen in Guadalajara Neukaledonien und Jamaika aufeinander, in Monterrey Bolivien und Suriname. Auf den Sieger in Guadalajara wartet im Finale am Dienstag die Demokratische Republik Kongo, in Monterrey der Irak.
Der Sieger aus Guadalajara spielt bei der WM in der Gruppe K ebenfalls im Akron-Stadion und in den USA gegen Portugal, Usbekistan und Kolumbien. Wer sich in Monterrey durchsetzt, kommt in die Gruppe I mit Frankreich, Senegal und Norwegen.
Strapaziöse Anreise für das irakische Team
Auch der Iran-Krieg hat Auswirkungen auf die Play-offs. Die irakische Nationalmannschaft reiste unter schwierigen Umständen an. Denn im Land, das an den Iran grenzt, kommt es im Zuge des Kriegs in Nahost inzwischen täglich zu Angriffen mit Drohnen und Raketen. Weil der irakische Luftraum seit rund drei Wochen gesperrt ist, reiste das Team unter strikten Sicherheitsmaßnahmen auf dem Landweg ins benachbarte Jordanien für die Weiterreise mit einem Privatflieger nach Mexiko.
Wegen des Kriegs wandte sich der Präsident des irakischen Fußballverbands IFA, Adnan Dardschal, vorab bereits in einem Brief an die FIFA. Das irakische Team stehe wegen der aktuellen Lage vor Hürden mit Blick auf das Turnier in Mexiko, erklärte er in dem Schreiben, wie die staatliche Nachrichtenagentur INA berichtete. Der Weltverband lehnte eine Verlegung des Spiels aufgrund des engen Terminkalenders aber ab.
(APA)