Ganz tief im Bodensee lauert ein Räuber mit ungewöhnlichem Appetit
Der Bodensee ist für viele Menschen Erholungsgebiet, Naturparadies und beliebtes Ausflugsziel. Doch unter seiner Oberfläche verbirgt sich eine faszinierende Tierwelt. Die ARD-Dokumentation „Eintauchen ins tiefe Blau – Deutschlands Seen in Süddeutschland“ widmet sich den „unergründeten Tiefen“ des Sees und stellt dabei außergewöhnliche Fischarten vor.
Fast blind und europaweit einzigartig
Zu den bemerkenswertesten Entdeckungen zählt die Höhlenschmerle. Der nur rund 8,5 Zentimeter große Fisch wurde vom Höhlentaucher Joachim Kreiselmaier in der Aach-Höhle entdeckt, die mit dem Bodensee verbunden ist.
Die Höhlenschmerle gilt als erster bekannter Höhlenfisch Europas. Sie stammt von der Bachschmerle ab, die normalerweise in kleinen Fließgewässern lebt. Durch das Leben in völliger Dunkelheit hat sich die Art an ihren außergewöhnlichen Lebensraum angepasst und verfügt nur noch über eine stark eingeschränkte Sehfähigkeit.
Räuber am Grund des Bodensees
Während die Höhlenschmerle verborgen in einem Höhlensystem lebt, ist die Quappe – auch Trüsche genannt – im gesamten Bodensee verbreitet. Der Fisch hält sich überwiegend am Seegrund auf und geht vor allem nachts auf Nahrungssuche.
Die Trüsche gilt als geschickter Räuber. Sie kann sogar Fische verschlingen, die beinahe ihre eigene Größe erreichen. Üblicherweise werden die Tiere zwischen 30 und 50 Zentimeter lang. Besonders große Exemplare können jedoch mehr als einen Meter erreichen und bis zu zehn Kilogramm schwer werden.
(VOL.AT)