(Switch 2) Wer hätte das erwartet? „Mario Tennis Fever” ist kein harmloses Fun-Sportspiel für zwischendurch, sondern ein überraschend intensives Tennis-Drama, in dem jeder Ballwechsel über Sieg oder Niederlage – und manchmal sogar K.O. – entscheidet. Der mittlerweile zehnte Titel der „Mario Tennis“-Reihe zeigt eindrucksvoll, dass die Reihe noch längst nicht ausgespielt ist und Nintendo auch bei etablierten Serien neue Wege geht. Wer nur locker ein paar Bälle schlagen will, hat Spaß – wer sich reinarbeitet, entdeckt ein System, das dem Fighting Game näher ist als dem klassischen Tennis.
„Mario Tennis Fever“ ist der neueste Teil der seit über 30 Jahren bestehenden Mario-Tennis-Reihe. Der erste Titel der Reihe, „Mario’s Tennis“, erschien 1995 für Nintendos 3D-Brille Virtua Boy. „Fever“ erscheint exklusiv für die Switch 2, was die Erwartung schürt, dass Nintendo auf der neuen Hardware mehr als nur ein optisches Update bietet. Genau hier setzt „Mario Tennis Fever“ an: Der Fokus liegt auf intensivem Gameplay, verbessertem Multiplayer und einem Einstieg, der Neulinge abholt, ohne Profis zu langweilen.
Das neue Spiel ist ein Arcade-Sportspiel mit starkem Multiplayer-Fokus und deutlichen Kampfspiel-Anleihen. Es eignet sich deshalb vor allem für schnelle lokale Duelle am Fernseher, spontane Turniere im Freundeskreis und Online-Ranglistenmatches.
Knackiges Gameplay
Die Spieler:innen schlüpfen in die Rolle von über 40 bekannten Mario-Charakteren. Diese stürmen über den Court, schlagen Bälle mit Topspin, Slice oder Flat durch präzise, zeitlich abgestimmte Schläge und positionieren sich strategisch für Lobs, Volleys oder Drop-Shots. Das Herzstück des Gameplays sind die neuen Fever-Rackets. Über eine Fever-Leiste können mächtige Spezialschläge ausgelöst werden, die das Feld vereisen, Bereiche in Gefahrenzonen verwandeln oder Items auf den Court bringen. Besonders spannend ist, dass Spieler:innen diese Effekte kontern können, wenn sie das Timing richtig erwischen. So können sie den Druck auf den Gegner zurückspiegeln. Risiko und Belohnung liegen in jedem Schlag dicht beieinander.
Slide- und Sprungschläge ermöglichen ein aggressives, tempoorientiertes Spiel, bei dem Positionierung und Timing entscheidend sind. Viele Charaktere verfügen über Lebenspunkte: Wer zu viele Treffer oder Hindernisse kassiert, geht im Doppel kurzzeitig K.O. Dadurch wirkt Mario Tennis Fever phasenweise wie ein leicht zugängliches Fighting Game im Tennis-Outfit.
Geschichte zum Einspielen
Im Storymodus von Mario Tennis Fever besucht Mario die Mushroom Tennis Academy auf einer Insel. Dort muss er die Baby-Versionen von Mario, Luigi, Peach, Wario und Waluigi von einem Fluch befreien. Die Handlung dient vor allem als Rahmen für Trainingsaufgaben, Minispiele und Bosskämpfe, in denen Schwachpunkte mit gezielten Schlägen getroffen werden müssen. Der Umfang ist überschaubar und fühlt sich eher wie ein ausgedehntes, charmant inszeniertes Tutorial an als wie ein vollwertiges Sport-RPG.
Grafik, Sound & Performance
Optisch überzeugt das Spiel mit knalligen Farben, klar lesbaren Effekten und detailreichen Courts, selbst wenn vier Figuren gleichzeitig über den Platz hetzen. Auf der Nintendo Switch 2 läuft das Ganze mit 60 FPS angenehm flüssig, was bei einem so reaktionsschnellen Gameplay Pflicht ist. Überzeichnete Animationen und deutlich markierte Fever-Effekte sorgen dafür, dass das Geschehen trotz des Chaos gut lesbar bleibt. Akustisch setzt Mario Tennis Fever auf treibende Musik, satte Treffer-Sounds und die bekannten Mario-Geräusche, die jeden Punkt emotional aufladen.
Stärken
- Packendes Gameplay mit viel Raum, um besser zu werden: Je mehr Zeit investiert wird, desto mehr Feinheiten lassen sich meistern.
- Starker lokaler Multiplayer und Online-Ranglisten für ambitionierte Spielerinnen und Spieler.
- Stimmige, charmante Optik, klare Effekte und passende Soundkulisse.
Schwächen
- Kurzer Storymodus, der eher als Einstieg dient als dass er langfristig motiviert.
- Die Fever-Mechanik kann Gelegenheitsspieler:innen anfangs überfordern.
Fazit: 8 von 10
„Mario Tennis Fever“ rückt mit Fever-Rackets, HP-System und konterbaren Spezialeffekten deutlich weiter von der klassischen Sportsimulation ab und nähert sich strategischen Arena-Duelle an. Im Vergleich zu „Mario Strikers“ oder „Mario Kart“ positioniert es sich als ideale Mischung aus Partyspiel und ernstzunehmendem Wettkampftitel. Als Solospiel ist das Paket solide, aber nicht überragend, auf dem Platz selbst übertrifft das Gameplay jedoch viele Erwartungen. „Mario Tennis Fever“ eignet sich besonders für Besitzer:innen der Switch 2, die intensiven lokalen Multiplayer, packende Online-Matches und Arcade-Sport mit taktischer Tiefe suchen. Wer vor allem eine Story sucht, greift besser zu anderen Nintendo-Titeln. „Fever“ ist spielerisch der bisher stärkste Mario-Tennis-Auftritt mit knackigem Gameplay, guter Technik und klarem Fokus auf Wettkampf. Trotz Schwächen beim Solo-Content gibt es eine klare Empfehlung für Sport- und Multiplayer-Fans!
(VOL.AT)