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Gehören Sie zur Mittelschicht? Mit diesem Rechner sehen Sie, wo Ihr Haushalt steht

Symbolbild: Steigende Wohnkosten, Energiepreise und Lebensmittelkosten belasten viele Haushalte.
Symbolbild: Steigende Wohnkosten, Energiepreise und Lebensmittelkosten belasten viele Haushalte. ©Symbolfoto: KI
Sind Sie Teil der Mittelschicht – oder schon darüber oder darunter? Unser neuer Rechner zeigt, wo Ihr Haushalt im Einkommensvergleich landet.

Wie steht Ihr Haushalt im Vergleich zum Rest des Landes da? Nach unserem ersten Überblick zur Lage der Mittelschicht in Österreich haben wir nun einen Einkommensrechner für Sie erstellt. Er zeigt auf Basis der zuletzt verfügbaren Daten von Statistik Austria, EU-SILC und international anerkannten Definitionen, wo sich Ihr Haushalt innerhalb der Einkommensverteilung befindet.

Wie der Rechner funktioniert

Grundlage des Rechners sind die EU-SILC-Daten ("European Union Statistics on Income and Living Conditions") von Statistik Austria. Erfasst werden dabei Einkommen und Lebensbedingungen von Haushalten in ganz Österreich.

Der Rechner arbeitet mit dem sogenannten verfügbaren Haushaltseinkommen. Dazu zählen:

  • Erwerbseinkommen (inklusive 13. und 14. Gehalt)
  • Pensionen
  • Familienbeihilfe und andere Sozialleistungen
  • Kapital-, Miet- oder Pachteinnahmen

Alle Beträge werden nach Steuern und Abgaben berücksichtigt.

Um Haushalte unterschiedlicher Größe vergleichbar zu machen, wird das Einkommen äquivalisiert. Dabei werden Erwachsene und Kinder unterschiedlich gewichtet, da Haushaltsausgaben nicht linear mit jeder weiteren Person steigen.

Was bedeutet Äquivalenzeinkommen?

Beim Äquivalenzeinkommen wird das verfügbare Nettohaushaltseinkommen durch eine Gewichtungsskala geteilt.

  • erster Erwachsener: Gewicht 1,0
  • weitere Erwachsene: Gewicht 0,5
  • Kinder unter 14 Jahren: Gewicht 0,3

So lässt sich ein Single-Haushalt statistisch sinnvoll mit einer Familie vergleichen.

Wo liegt die Mittelschicht laut Daten?

Aus den aktuellsten verfügbaren EU-SILC-Daten (Einkommen 2024) ergeben sich folgende Orientierungswerte beim Äquivalenzeinkommen:

  • Armutsgefährdung: unter 60 Prozent des Medians
  • Mittelschicht: zwischen 60 und 180 Prozent des Medians
  • Einkommensstarke Gruppe: über 180 Prozent des Medians

Der Median des verfügbaren, äquivalisierten Einkommens lag zuletzt bei rund 33.000 Euro netto pro Jahr für einen Einpersonenhaushalt.

Das bedeutet:

  • Unterhalb dieser Schwelle gelten rund 1,3 Millionen Menschen in Österreich als armutsgefährdet
  • Oberhalb der oberen Grenze liegen etwa 780.000 Personen, die statistisch zu den einkommensstarken Haushalten zählen
  • Dazwischen befindet sich die breite Mitte mit rund 77 Prozent der Bevölkerung

Beispiele nach Haushaltstyp (Monatsnetto, gerundet)

Zur besseren Einordnung zeigt der Rechner auch typische Spannweiten nach Haushaltsgröße:

  • Einpersonenhaushalt:
    Mittelschicht ab etwa 1660 Euro bis rund 4980 Euro pro Monat
  • Zwei Erwachsene:
    Mittelschicht ab etwa 2490 Euro bis rund 7480 Euro pro Monat
  • Zwei Erwachsene mit zwei Kindern:
    Mittelschicht ab etwa 3490 Euro bis rund 10.460 Euro pro Monat

Diese Werte dienen ausschließlich der statistischen Einordnung. Sie sagen nichts darüber aus, wie hoch Miete, Kredite oder andere Fixkosten im Einzelfall sind.

Wo steht Ihr Haushalt im Vergleich?

Der Rechner ordnet Ihr Einkommen entlang der Einkommensdezile ein. Diese teilen die Bevölkerung in zehn gleich große Gruppen. Jedes Dezil umfasst rund 900.000 Menschen.

So wird sichtbar:

  • ob Ihr Haushalt unter, innerhalb oder über der Mitte liegt
  • ob Sie sich eher am unteren oder oberen Rand der Mittelschicht befinden
  • wie groß der Abstand zu anderen Einkommensgruppen ist

Die Berechnung erfolgt anonym, es werden keine Daten gespeichert oder verknüpft.

Beispielrechnung: Wie wird das Einkommen berechnet?

Für den Rechner benötigen Sie das Jahresnettoeinkommen Ihres gesamten Haushalts. Dieses teilen Sie durch 12, um den monatlichen Durchschnitt zu erhalten.

Beispiel-Haushalt:
2 Erwachsene, 1 Kind (unter 14 Jahren)
Schritt 1: Jahresnettoeinkommen
48.000 €
Enthält alle Nettoeinkommen des Haushalts – inklusive 13. und 14. Gehalt, Familienleistungen und sonstiger Einkünfte.
Schritt 2: Monatsdurchschnitt berechnen
48.000 € ÷ 12 = 4.000 €
Schritt 3: Äquivalenzgewicht festlegen

Um Haushalte unterschiedlicher Größe vergleichen zu können, werden Haushaltsmitglieder unterschiedlich gewichtet:

  • erster Erwachsener: Gewicht 1,0
  • jeder weitere Erwachsene: Gewicht 0,5
  • Kind unter 14 Jahren: Gewicht 0,3
1,0 + 0,5 + 0,3 = 1,8
Schritt 4: Äquivalisiertes Jahreseinkommen
48.000 € ÷ 1,8 = 26.667 €

Was bedeutet das?
Das äquivalisierte Einkommen zeigt, wie hoch das verfügbare Einkommen pro „gewichteter Person“ ist. Erst dieser Wert wird mit allen Haushalten in Österreich verglichen. Daraus ergibt sich die statistische Einordnung in untere, mittlere oder obere Mittelschicht.

Quelle/Methodik: EU-SILC (Statistik Austria), modifizierte OECD-Äquivalenzskala.

Warum der Rechner mehr zeigt als ein Gehaltsvergleich

Ein zentrales Ergebnis: Die Mittelschicht schrumpft statistisch nicht, steht aber zunehmend unter Druck durch steigende Ausgaben – insbesondere bei Wohnen, Energie und Lebensmitteln.

Ihr Einkommen im Vergleich

Ihr Nettohaushaltseinkommen - sind Sie Teil der Mittelschicht?

Denken Sie bitte an alle Einkünfte aller Haushaltsmitglieder: Nettoerwerbseinkommen, Pensionen, Sozialleistungen, private Geldleistungen usw. (vor Abzug allfälliger Ausgaben). Vergessen Sie nicht, das 13. und 14. Gehalt auf Ihr monatliches Einkommen anteilig aufzurechnen.

Äquivalisiertes jährliches Nettohaushaltseinkommen

Das äquivalisierte Nettohaushaltseinkommen ist das verfügbare Haushaltseinkommen dividiert durch die Summe der Konsumäquivalente des Haushalts. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, EU-SILC 2024

Der Rechner macht sichtbar, wo Haushalte einkommensmäßig stehen, nicht jedoch, wie viel am Monatsende übrig bleibt. Genau diese Differenz erklärt, warum sich viele trotz Zugehörigkeit zur Mittelschicht finanziell belastet fühlen.

Haben Sie noch ein Auskommen mit Ihrem Einkommen?

Steigende Mieten, hohe Energiepreise und teurere Lebensmittel belasten viele Haushalte. Manche kommen nur noch schwer über die Runden – andere haben Wege gefunden, mit den höheren Lebenshaltungskosten umzugehen.

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Kämpfen Sie aktuell mit den hohen Lebenshaltungskosten? Oder haben Sie Strategien entwickelt, mit Ihrem Einkommen gut auszukommen? Wir möchten mit Menschen aus Vorarlberg über ihre Lebenssituation sprechen.

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(VOL.AT/ms/lm)

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