Geisterfahrer in Vorarlberg mehr als verdoppelt
Im Jahr 2025 wurden in Vorarlberg insgesamt 24 Geisterfahrer gemeldet. Damit liegt das westlichste Bundesland auf Rang sieben der bundesweiten Ö3-Geisterfahrerstatistik. Rechnet man die Vorfälle jedoch auf die Länge des Schnellstraßennetzes um, belegt Vorarlberg den zweiten Platz – lediglich Kärnten verzeichnete mehr Geisterfahrer pro Kilometer.
Schwerpunkt auf der A14
Die meisten Geisterfahrer in Vorarlberg wurden auf der Rheintalautobahn A14 gezählt. 20 von 24 Meldungen entfielen auf diese Strecke. Besonders auffällig war dabei der Abschnitt im Raum Bregenz, wo eine Langzeitbaustelle zu einem Höchststand von 14 Meldungen führte. Laut Ö3 handelte es sich dabei um den fünftgefährlichsten Abschnitt österreichweit.
Die übrigen vier Vorfälle ereigneten sich auf der Arlbergschnellstraße S16. Im Vergleich zu Tirol, das mit 25 Meldungen nur einen Vorfall mehr zählte, fiel der Abstand zwischen den beiden Bundesländern so gering aus wie noch nie.
Langfristige Entwicklung
Der bisherige Höchstwert an Geisterfahrer-Meldungen in Vorarlberg stammt aus dem Jahr 2006 mit 25 Fällen. Den niedrigsten Wert gab es 2013 mit lediglich fünf Meldungen. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 15,3. Seit Beginn der Erfassung im Jahr 1994 wurden in Vorarlberg insgesamt 488 Geisterfahrer gemeldet – ein österreichweit zweitniedriger Wert.
Österreichweit wurden im Vorjahr 425 Geisterfahrer beim Ö3-Verkehrsservice registriert. Das bedeutet einen Anstieg von sechs Prozent im Vergleich zu 2024. Die meisten Fahrten endeten glimpflich, im Schnitt vergehen 15 Minuten zwischen Erstmeldung und Entwarnung. In 13 Fällen kam es zu Unfällen, bei denen zwei Menschen starben und weitere 17 verletzt wurden.
Ursachen und Einzelereignisse
Als stärkster Monat galt der Oktober mit 47 Meldungen, während im März lediglich 18 Fälle registriert wurden. Geisterfahrten ereignen sich laut Ö3 vorwiegend in der Freizeit – am häufigsten an Sonntagen und zwischen 21 und 24 Uhr. Das geringste Risiko besteht in den Morgenstunden. Der 23. Oktober war mit sechs Meldungen der gefährlichste Tag, eine sechstägige Geisterfahrer-freie Phase wurde zuletzt von 28. Februar bis 5. März verzeichnet.
Als Hauptursachen gelten Alkohol- und Drogeneinfluss, aber auch Überforderung und Ablenkung.
Mehrere spektakuläre Vorfälle sorgten 2025 für Aufsehen: Im Februar missachtete ein Geisterfahrer bei Dornbirn-Nord eine Tunnelsperre. Im Mai und Juni wurden auf der A14 bei Frastanz alkoholisierte Lenker gestoppt. Im Oktober fuhr eine 86-jährige Frau in Klösterle in falscher Richtung auf die Schnellstraße.
(VOL.AT)