Gemeinde Koblach lehnt aktuelle RHESI-Planung ab
Damit wurde auch gegen den für das Projekt nötigen Grundtausch gestimmt. Die Rheinregulierung werde nun entweder umplanen oder Enteignungen beantragen, berichtete der ORF.
Montlingen / Koblach (Frutzmündung)
Entscheidung soll im März fallen
Eine entsprechende Entscheidung der Internationalen Rheinregulierung soll laut dem ORF-Bericht im März fallen. In diesem Monat ist auch die Einreichung des Projekts zur behördlichen Genehmigung geplant.
Die Entscheidung der Koblacher Gemeindevertretung sei der Landespolitik und dem Projektbetreiber zur Kenntnis gebracht worden, so die Gemeinde. Die Ablehnung erfolgte mit zwölf zu zwölf Stimmen, für eine Annahme der zur Abstimmung gestellten Punkte wäre eine Mehrheit von Ja-Stimmen nötig gewesen.
Wallner: "Abstimmung beeinträchtigt Zeitplan nicht"
Das Bewilligungsverfahren werde wie geplant fortgesetzt und das Projekt heuer eingereicht, teilte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstagnachmittag in einer Aussendung mit. Das Abstimmungsergebnis werde den RHESI-Zeitplan jedenfalls nicht beeinträchtigen, "und die Gesprächskanäle bleiben offen", so Wallner: "Es bleibt noch mehr als genug Zeit, um eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden." Er sehe das Koblacher Abstimmungsergebnis auch als Auftrag, weiter über die Bedeutung des Projekts zu informieren und die Menschen von dessen Notwendigkeit zu überzeugen.
Breiteste Stelle des Alpenrheins soll bei Koblach entstehen
Bei Koblach entsteht gemäß der aktuellen Planung die breiteste Stelle des Alpenrheins, was neben verbessertem Hochwasserschutz neue Lebensräume für Flora und Fauna schaffen soll. Dazu soll der Damm auf einer Länge von rund zwei Kilometern ins Hinterland verlegt werden, wofür der nun durch Koblach abgelehnte Grundtausch landwirtschaftlicher Flächen notwendig wäre.
Milliardenprojekt für mehr Hochwassersicherheit
Durch RHESI wird die Abflusskapazität des Rheins von Feldkirch bis zur Bodenseemündung auf einer Länge von 26 Kilometern auf ein statistisch alle 300 Jahre auftretendes Hochwasser erhöht, das 300.000 Menschen gefährden und bis zu 13 Milliarden Euro Schaden verursachen würde. Derzeit sind die Rheindämme auf ein 100-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt. Zudem wird der Fluss möglichst naturnah gestaltet.
Österreich und Schweiz teilen sich Kotsen von 2,1 Mrd. Euro
Die Kosten, die derzeit auf rund 2,1 Milliarden Euro geschätzt werden, teilen sich Österreich und die Schweiz. Noch in diesem Jahrzehnt könnte Baustart sein, die Bauzeit wird auf 20 Jahre geschätzt. Basis des Mammutprojekts ist der nach 1892, 1924 und 1954 nun vierte Staatsvertrag zwischen den beiden Ländern, der seit 1. Juli 2025 in Kraft ist.
(APA)