Gemeinnütziger Wohnbau in Vorarlberg in sechs Jahren halbiert
Der gemeinnützige Wohnbau in Vorarlberg ist seit 2020 deutlich zurückgegangen. Das geht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Landesrat Marco Tittler hervor. Demnach wurden im Jahr 2020 noch 524 gemeinnützige Wohnungen errichtet. Für 2025 sind 322 Wohnungen ausgewiesen, für 2026 voraussichtlich 278.
Damit würde sich die Zahl innerhalb von sechs Jahren nahezu halbieren.
Deutlicher Rückgang seit 2020
Konkret zeigen die Zahlen:
- 2020: 524 gemeinnützige Wohnungen
- 2025: 322 Wohnungen
- 2026 (prognostiziert): 278 Wohnungen
Die Grünen im Vorarlberger Landtag sehen darin einen massiven Einbruch. Wohnbausprecher Bernie Weber erklärte zur Anfragebeantwortung, während die Mieten weiter steigen würden, gehe der gemeinnützige Wohnbau stark zurück. Die Landesregierung schaue zu, statt gegenzusteuern.
Weber sprach wörtlich von einem "Offenbarungseid" in der Wohnpolitik.
Kürzung der Mittel um 4,5 Prozent
Kritik kommt auch an der Budgetentwicklung. Laut Grünen werden die Mittel für den gemeinnützigen Wohnbau um 4,5 Prozent gekürzt.
Weber betonte, statt leistbaren Wohnraum abzusichern, werde genau dort gespart, wo Entlastung dringend notwendig wäre. Leidtragende seien insbesondere Familien, Alleinerziehende und junge Menschen, die einen immer größeren Teil ihres Einkommens für das Wohnen aufbringen müssten.
Forderung nach 800 Wohnungen pro Jahr
Die Landesregierung habe rund 400 neue Wohnungen pro Jahr für die kommenden drei Jahre angekündigt. Aus Sicht der Grünen sei das jedoch unzureichend.
Weber fordert eine Offensive für leistbares Wohnen und zumindest 800 neue gemeinnützige Wohnungen pro Jahr, um den Bedarf zu decken und die Preisentwicklung zu bremsen.
(VOL.AT)