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Glas Müller investiert am Firmenstammsitz in Frastanz

Der Firmenstammsitz von Glas Müller befindet sich in Frastanz.
Der Firmenstammsitz von Glas Müller befindet sich in Frastanz. ©Glas Müller
Das Familienunternehmen in Frastanz baut seinen Standort aus und investiert in neue Anlagen und den Fuhrpark. Trotz schwieriger Branchenlage blieb der Umsatz zuletzt stabil.

Aus Vorarlbergs Glaserbranche sind zuletzt eigentlich keine allzu guten Nachrichten gekommen. Das alteingesessene Bregenzer Unternehmen Glas Marte wurde an die Schweizer Firmengruppe Glas Trösch verkauft und die Feldkircher Firma MGT Mayer Glastechnik ging millionenschwer in die Insolvenz und wird jetzt verwertet. Aber es gibt auch durchaus noch gute Nachrichten aus dieser Branche, wie das Beispiel des Familienunternehmens Glas Müller in Frastanz zeigt.

Denn das in fünfter Generation von den Geschwistern Andreas und Claudia Müller geführte Unternehmen investiert gegenwärtig in Maschinen und Anlagen am Stammsitz. "Damit werden wir unsere Firma für die nächsten Jahre wieder auf den neuesten Stand der Technik bringen und können noch effizienter, präziser und zuverlässiger arbeiten", so Co-Geschäftsführer Andreas Müller im wpa-Gespräch.

Neue Anlage zur Herstellung von Isoliergläsern

So habe man im Herbst 2025 in Frastanz eine neue Anlage zur Produktion von Isolierglas in Betrieb genommen. Mit dieser Anlage könne man bis zu 350 Isolierglas-Elemente pro Arbeitstag produzieren. Die maximalen Ausmaße der Gläser können dabei 2,65 mal fünf Meter betragen, bei einem Gewicht von bis zu einer Tonne. "Damit decken wir ein sehr breites Spektrum ab", so Müller. Über den Jahreswechsel sei zudem dem Glaszuschnitt ein technisches Upgrade verpasst worden.

Andreas und Claudia Müller führen das Unternehmen als geschäftsführende Gesellschafter in fünfter Generation. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1888 gegründet. ©Glas Müller/Lukas Gächter

Gegenwärtig stelle man außerdem das bislang halbautomatische Glaslager auf Vollautomatik um, was im Frühsommer 2026 abgeschlossen sein soll. Zusammen mit dem vollständigen Tausch des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge investiere man in die genannten Maßnahmen rund 700.000 Euro, so Müller. Die Investitionen könne man zur Gänze aus dem Cashflow finanzieren.

45 Mitarbeitende – fünf Beschäftigte von MGT übernommen

Das Unternehmen beschäftigt in Frastanz aktuell 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wobei man zuletzt fünf Mitarbeitende von MGT Mayer Glastechnik übernommen habe. In der Belegschaft finden sich fünf Lehrlinge sowie sieben ausgebildete Glaser- und Tischlermeister. "Die Qualität und das Know-how unserer Mitarbeitenden ist für uns sehr wichtig."

Das gelte unter anderem auch deshalb, weil man in einem Glaserbetrieb nur auf individuellen Kundenauftrag hin produziere. "Bei uns gibt es keine Standardware, wir können auch nichts auf Lager produzieren." Deshalb bedeute jeder Produktionsfehler in einem Fenster, dass man es entsorgen müsse, ohne auf ein anderes Fenster aus dem Lager zurückgreifen zu können.

Umsatz konstant

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Glas Müller nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 5,5 Millionen Euro. Damit bewege man sich auf dem Niveau von 2024 und doch deutlich unter dem Geschäftsvolumen von 2023 mit fast sieben Millionen Euro. "Eine Krise am Bau erwischt die Glaserbranche immer zeitverzögert." Die Ertragssituation sei dennoch positiv.

Überangebot und ruinöser Preiskampf jetzt gedämpft

Für das Geschäftsjahr 2026 geht Müller wieder von einem leichten Wachstum aus. "Bislang hatten wir ein starkes Überangebot am Markt mit einem ruinösen Preiskampf in der Region. Durch die Branchenentwicklungen in der jüngeren Vergangenheit hat sich die Situation ein wenig verbessert."

Das Marktumfeld sei zwar noch immer herausfordernd, aber die Talsohle dürfte durchschritten sein. Jedenfalls blicke man optimistisch in die Zukunft, was nicht nur die Investitionen, sondern auch die Aufstockung des Personals zeigen würden.

Lange Unternehmensgeschichte

Die Wurzeln von Glas Müller reichen in das Jahr 1888 zurück. Das Unternehmen produziert Isoliergläser und maßgeschneiderte Lösungen für alle Arten von Verglasungen – wie Glastüren, Glasfassaden, Duschverglasungen und Windschutzlösungen.

Zur Kundschaft gehören zu 80 Prozent andere Unternehmen wie Fenster- und Metallbauer sowie Schlossereien. Ein Fünftel entfällt unterdessen auf Private. Dabei deckt Glas Müller alles von der Planung über die Produktion bis hin zur Montage vor Ort ab, wobei dafür sieben eigene Montageteams zur Verfügung stehen. Hauptsächlich ist das Familienunternehmen dabei in Vorarlberg und im Dreiländereck tätig.

(wpa/gübi)

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