Glatteis-Gefahr: Warum Senioren jetzt anders gehen sollten
Tausende Verletzte durch Stürze auf Eis
Laut der Unfalldatenbank des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) müssen in Österreich jährlich rund 6.500 Menschen nach Stürzen auf glattem Untergrund im Spital behandelt werden. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen, die nach solchen Unfällen oft lange mit gesundheitlichen Folgen kämpfen.
Beliebte Schuhe bieten oft zu wenig Halt
Eine vom KFV initiierte Untersuchung zeigt, dass ausgerechnet häufig von Seniorinnen und Senioren getragene Freizeitschuhe auf glatten Untergründen problematisch sind. In der sicherheitstechnischen Prüfstelle der AUVA wurden vier gängige Modelle getestet – alle erzielten deutlich zu niedrige Reibwerte und lagen unter den Normen für rutschhemmende Arbeitsschuhe.
Selbst ein Schuh mit als besonders "griffig" beworbener Sohle schnitt nicht besser ab als die anderen Modelle. KFV-Expertin Johanna Trauner-Karner betonte, dass herkömmliche Freizeitschuhe auf nassen oder eisigen Böden oft nur begrenzten Halt bieten.
Bequemlichkeit wichtiger als Sicherheit
Grundlage der Schuhauswahl war eine repräsentative Online-Befragung des KFV unter 540 Personen ab 60 Jahren.
Beim Schuhkauf achten lediglich 33 Prozent auf rutschfeste Sohlen. Wichtiger sind Bequemlichkeit, Materialqualität und der Preis.
Spikes und Grödel als einfache Lösung
Nach Einschätzung des KFV reicht gutes Schuhwerk allein bei Eis oft nicht aus. Besonders auf spiegelglattem Untergrund seien abnehmbare Gleitschutzsysteme wie Spikes oder Grödel die effektivste Maßnahme, um Stürze zu vermeiden.
So funktioniert der "Pinguingang"
Zusätzlich empfiehlt das KFV den sogenannten "Pinguingang": Dabei werden die Füße leicht nach außen gedreht, der Fuß wird flächig aufgesetzt und das Körpergewicht leicht nach vorne verlagert. Kleine Schritte sorgen für mehr Stabilität. Diese Technik mag ungewohnt sein, kann aber die Sturzgefahr deutlich reduzieren.
(VOL.AT)