Die Arbeiterkammer Vorarlberg ist am 19. März 2026 in Wien beim Staatspreis für Klimawandelanpassung ausgezeichnet worden. Das Projekt "Grüne Wand" am Hauptgebäude in Feldkirch erreichte den dritten Platz in der Kategorie "Hitze und Trockenheit".
Auszeichnung für Fassadenbegrünung in Feldkirch
Vergeben wurde der Preis vom Klimaschutzministerium gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds. Damit rückt ein Projekt aus Vorarlberg in den Fokus der österreichischen Klimapolitik.
Die "Grüne Wand" wurde 2023 umgesetzt. Geplant wurde sie von Architekt Rainer Huchler und Pflanzenspezialist Conrad Amber. Ziel war es, eine Alternative zu klassischen Kühlsystemen zu schaffen.
Natürliche Kühlung statt Klimaanlage
Die begrünte Fassade umfasst rund 700 Quadratmeter und nutzt laut AK ein physikalisches Prinzip: Durch die sogenannte Kaminwirkung wird warme Luft nach oben abgeführt.
- Größe: 700 m² Fassadenbegrünung
- Kühlung: 3–5 °C weniger Raumtemperatur
- Bewässerung: Regenwasser (12.500-Liter-Zisterne)
- Pflanzen: rund 250 aus 50 Arten
- Standort: Bärenkreuzung, Feldkirch
Dadurch können die Innenräume um etwa drei bis fünf Grad Celsius gekühlt werden. Gleichzeitig erfolgt die Bewässerung über gesammeltes Regenwasser.
AK-Direktor Andreas Lampert betonte, dass das System nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sei. Die Betriebskosten lägen unter jenen konventioneller Kühltechnik.
Lebensraum mitten in der Stadt
Neben der Kühlfunktion erfüllt die Anlage auch ökologische Aufgaben. Rund 250 Pflanzen aus etwa 50 Arten wurden integriert.
Die Fassade dient mittlerweile als Lebensraum für Insekten und Vögel. Laut AK wurden unter anderem Bienen, Schmetterlinge und auch seltene Vogelarten wie das Wintergoldhähnchen beobachtet.
AK sieht Signal für Stadtentwicklung
AK-Präsident Bernhard Heinzle sieht die Auszeichnung als Bestätigung des Projekts. Wörtlich sagte er: "Dieser Preis zeigt, was möglich ist, wenn man die Vision hat, unsere Welt anders zu denken."
Zugleich betonte er, dass solche Lösungen künftig stärker in der Stadtplanung berücksichtigt werden könnten.
(VOL.AT)