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Hätten Sie in diese Aktien oder ETFs investieren sollen?

©Symbolfoto: KI

Hätten Sie 2016 Nvidia gekauft, wäre aus 1000 Euro heute mehr als das 150-Fache geworden. Eine einzige Aktie. Zehn Jahre liegen lassen. Reich.

Trotzdem rät Jürgen Rupp, zertifizierter Finanzplaner bei der Raiffeisenbank, Vorarlberger Familien zu einer anderen Strategie. Warum — und was er konkret für 100 Euro im Monat empfiehlt.

Was wäre aus Ihrem Geld geworden? Der VOL.AT-Rechner

Ein Klick. Eine Zahl. Eine ehrliche Antwort.

Was wäre aus Ihrem Startkapital geworden, wenn Sie vor zehn Jahren in einen ETF investiert hätten? Oder in eine einzelne Aktie? Oder in Bitcoin?

Der VOL.AT-Rechner zeigt es Ihnen. Ohne Vertrieb. Ohne PR.

Drei Modi stehen zur Auswahl:

  • Index gegen Aktienkorb — der breite Markt im Vergleich zu zehn Einzelaktien.
  • Einzelaktie gegen ETF — Nvidia, Apple, Tesla auf der einen Seite. Verbund, Zumtobel, Wienerberger und Erste Group auf der anderen. Österreichische und Vorarlberger Werte sind extra markiert.
  • Was wäre besser? — der freie Vergleich. Zwei beliebige Anlagen gegeneinander. Inklusive Bitcoin und Ethereum.

Wählen Sie Ihren Index — vom Nasdaq-100 über den MSCI World bis zum heimischen ATX. Geben Sie Ihr Startkapital ein. Setzen Sie optional eine monatliche Sparrate. Stellen Sie den Rückblick ein: bis zu 15 Jahre zurück.

Ein Schalter blendet die österreichische KESt ein. 27,5 Prozent auf den Gewinn. So sehen Sie, was nach Steuern wirklich übrig bleibt.

Das Ergebnis überrascht viele.

Was bedeutet die Kapitalertragsteuer (KESt)?

Die Kapitalertragsteuer (KESt) ist eine besondere Form der Einkommensteuer auf Erträge aus Kapitalvermögen. Bei inländischen Banken oder depotführenden Stellen wird sie in der Regel automatisch einbehalten und direkt an das Finanzamt abgeführt.

25 % KESt

Für Zinsen aus Sparbüchern, Girokonten und anderen klassischen Geldeinlagen bei österreichischen Banken.

27,5 % KESt

Für Dividenden, Gewinne aus Aktien, ETFs, Investmentfonds sowie viele weitere Kapitalerträge und Kryptowährungen.

Gut zu wissen: Bei einem österreichischen, steuereinfachen Depot erfolgt die Abfuhr der KESt automatisch. Bei Auslandsdepots oder besonderen steuerlichen Konstellationen können andere Regelungen gelten.

Was wäre aus Ihrem Geld geworden?

VOL.AT

Was wäre in den letzten Jahren passiert – mit Ihrem Geld? ETF gegen Aktienkorb oder gegen eine einzelne Aktie.

US-Technologie – z. B. Invesco QQQ, iShares Nasdaq-100

10 Jahre
KESt anzeigen – öst. Kapitalertragsteuer (27,5 %) auf Gewinn abziehen
So wird gerechnet – Methodik & Datenquellen

Berechnungsmethode: Der Rechner verwendet historische CAGR-Werte (Compound Annual Growth Rate = durchschnittliche jährliche Rendite) auf Basis öffentlich verfügbarer Kursdaten. Sparplan-Ergebnisse werden mit monatlichem Zinseszins berechnet. KESt = 27,5 % österr. Kapitalertragsteuer auf den Nettogewinn.

ETF-Renditen (annualisiert, Referenzzeitraum ca. 2016–2026): Nasdaq-100 ~20,4 % · S&P 500 ~13,1 % · MSCI World ~10,9 % · Euro Stoxx 50 ~7,5 % · ATX ~5,0 % · DAX ~8,5 % · SMI ~6,5 % · Gold (ETC, in EUR) ~10,0 %

Wichtiger Kalibrierungshinweis: Alle CAGR-Werte sind auf den Zeitraum ca. 2016–2026 kalibriert. Bei längeren Laufzeiten (z. B. 15 Jahre) können die angezeigten Ergebnisse von der historischen Realität abweichen, da frühere Zeiträume andere Renditen aufwiesen. Die Ergebnisse sind daher als Illustration zu verstehen, nicht als exakte historische Rückrechnung.

Einzelaktien-Renditen basieren auf historischen Kursverläufen (split-adjustiert, ohne Dividenden). Quellen: öffentlich verfügbare Börsenkurse, TwelveData, eigene Berechnung VOL.AT.

Nicht enthalten: Dividenden, ETF-Verwaltungsgebühren (TER), Transaktionskosten, Inflation, Depotkosten. Die tatsächliche Rendite kann erheblich abweichen.

Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum): Werden nur im freien Vergleich angezeigt. CAGR-Werte basieren auf 2016–2026 und spiegeln einen außergewöhnlichen Bullenmarkt wider. Zwischenzeitliche Verluste von über 80 % sind historisch belegt. Krypto ist kein reguliertes Anlageprodukt.

Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Disclaimer

Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Genannte Renditen sind Vergangenheitswerte und keine Garantie für künftige Entwicklungen.

100 Euro im Monat: Was der Vorarlberger Finanz-Experte Jürgen Rupp Familien wirklich rät

Mit der Nvidia-Aktie hat man laut Bloomberg, wenn man die Aktie 2016 gekauft und bis heute gehalten hat, mehr als das 150-Fache erwirtschaftet. Warum sollen Vorarlberger trotzdem in ETFs investieren?

Jürgen Rupp: Eines der wichtigsten Grundprinzipien einer erfolgreichen Geldanlage ist die breite Streuung. Statt zu versuchen, einzelne Top-Aktien zu finden, sollte man lieber den breiten Markt kaufen. Einzelne Unternehmen können wieder vom Markt verschwinden, aber der breite Markt bleibt mit einer erwarteten Rendite für den MSCI World von ca. 7 Prozent p. a. bestehen. Um die 7 Prozent p. a. auch zu erreichen, braucht es aber auch einen langfristigen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren.

Wie hat sich der österreichische ATX-Index entwickelt? Ist österreichisches Heimatgefühl an der Börse ein Fehler?

Jürgen Rupp: Der ATX hat in den letzten 10 Jahren eine schöne Rendite gebracht. Der ATX ist ein Kursindex, das bedeutet, die Dividenden sind nicht in der Indexberechnung enthalten. Wenn man die Dividenden berücksichtigt, hat der ATX in den letzten 10 Jahren eine Rendite von über 15 Prozent p. a. erwirtschaftet. Trotz der tollen Performance des ATX sollte man sein Aktienportfolio global über verschiedene Regionen und Branchen streuen und nicht nur in einem Land.

Alle reden von KI-Aktien und Nvidia – aber was empfehlen Sie einer Vorarlberger Familie mit 100 Euro im Monat: Einzelaktie oder ETF-Sparplan? Und ab wann macht Investieren überhaupt Sinn?

Jürgen Rupp: Zuerst ist es wichtig, die Präferenzen und Anlageziele der einzelnen Familienmitglieder zu erfassen. Das Wichtigste ist, einen Sparplan zu beginnen. Das Ansparen in eine Einzelaktie ist aufgrund des unternehmensspezifischen Risikos nicht zielführend. Es kann eine sinnvolle Wahl sein, in einen gut gemanagten aktiven Fonds oder einen breit gestreuten ETF zu investieren. Zudem ist es auch wichtig, dass das Ansparprodukt zum persönlichen Risikoprofil passt und man so früh wie möglich mit dem Ansparen beginnt, denn die Zeit ist der größte Renditetreiber und nicht das perfekte Timing.

Ab welchem Betrag macht ein ETF-Sparplan für eine durchschittliche Vorarlberger Familie überhautp Sinn – und was ist die häufigste Anfängerfalle?

Jürgen Rupp: Ansparen ist meist ab 50 Euro möglich und sinnvoll. Man sollte nicht in aktuelle Trend-ETFs, die nur in ein Thema investieren, sondern in einen gut gemanagten aktiven Fonds oder ETF investieren, welcher breit gestreut über viele Länder, Regionen und Branchen hinweg investiert.

Österreicher zahlen 27,5 Prozent KESt auf Gewinne. Wie stark schmälert das die Rendite – und gibt es legale Möglichkeiten, die Steuerbelastung zu optimieren?

Jürgen Rupp: In Österreich gibt es mit dem Steuertopf einen automatischen "Steuerausgleich" bei der Bank, bei dem Gewinne und Verluste aus Wertpapieren gegeneinander verrechnet werden, sodass man nur auf den tatsächlichen Nettogewinn KESt zahlt. Hier kann man mit der Realisierung von Verlusten und Gewinnmitnahmen innerhalb eines Jahres eine gewisse Optimierung vornehmen. Darüber hinaus sollte man den Steuerberater hinzuziehen.

TikTok ist voll mit "Finanz-Influencern", die mit Einzelaktien angeblich reich werden. Was sagen Sie als Experte dazu – und was sollte ein 20-Jähriger in Vorarlberg wirklich mit seinem ersten Ersparten machen?

Jürgen Rupp: "Finfluencer" sind weniger reguliert als Banken, und viele Inhalte bewegen sich mitunter im Bereich "Meinung statt Empfehlung". Viele Finanz-Influencer zeigen vor allem Einzelfälle und kurzfristige Gewinne, aber nicht die vielen Verluste oder Fehlentscheidungen im Hintergrund. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild, als wäre es einfach, mit Einzelaktien reich zu werden. Einzelaktien können sinnvoll sein, aber breit gestreute Investments sind der bessere und stabilere Weg zum Vermögensaufbau für den 20-jährigen Vorarlberger. Gerade zu Beginn einer Veranlagung ist es sehr wichtig, mit seiner Bank die eigenen Präferenzen und Anlageziele zu besprechen und dann das Investment darauf auszurichten.

OpenAI und Anthropic könnten die nächsten Billionen-Dollar-IPOs werden. Gleichzeitig zeigt SpaceX, wie schnell Euphorie an der Börse entstehen kann. Sollte ein Privatanleger bei solchen KI-Börsengängen unbedingt dabei sein – oder sind das genau die Momente, in denen man besonders vorsichtig sein sollte?

Jürgen Rupp: Unternehmen gehen meist an die Börse, wenn die Bewertungen hoch sind und Investoren bereit sind, hohe Preise zu bezahlen. Viele IPOs entwickeln sich langfristig gut, aber viele auch deutlich schlechter als erwartet. Derzeit herrscht ein gewisser KI-Hype, und in dieser Euphorie sollte man bedenken, dass am Ende der Preis, den man für eine Aktie bezahlt, entscheidend ist und nicht allein die Story.

Jürgen Rupp

Zur Person

Jürgen Rupp, CFP®, ist im Wertpapier- und APM-Consulting der Raiffeisenbank tätig. Die Bezeichnung CFP® (Certified Financial Planner) zählt zu den international anerkannten Qualifikationen für ganzheitliche Finanzplanung und wird vom Financial Planning Standards Board nach fachlichen und ethischen Standards vergeben.

Certified Financial Planner (CFP®)
Transparenzhinweis: Jürgen Rupp beantwortete die Fragen für diesen Artikel in seiner Funktion als Wertpapier- und Anlageexperte der Raiffeisenbank. Darüber hinaus veröffentlicht er regelmäßig Börsenanalysen und Markteinschätzungen in den Vorarlberger Nachrichten. Die Fragen wurden von der VOL.AT-Redaktion unabhängig ausgewählt und beantwortet. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

(VOL.AT/ms)

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