AA

Hai-Video aus der Adria beschäftigt Forscher

Hai-Video aus der Adria beschäftigt Forscher (Symbolbild)
Hai-Video aus der Adria beschäftigt Forscher (Symbolbild) ©CANVA
Vor der kroatischen Adriaküste ist nahe der Insel Cres ein großer Hai gefilmt worden. Fachleute gehen davon aus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Riesenhai handelt.

Videoaufnahmen aus dem Kvarner-Golf

Augenzeugen filmten das Tier in Ufernähe im Kvarner-Golf. Die Aufnahmen wurden dem Blue World Institute übermittelt, das in der Region marine Großwirbeltiere erforscht.

Nach erster Auswertung sprechen mehrere Merkmale für einen Riesenhai (Cetorhinus maximus). Auf den Videos sind laut Institut eine hohe, dreieckige Rückenflosse sowie ein langsames, gleichmäßiges Schwimmen an der Wasseroberfläche zu erkennen. Eine eindeutige Identifizierung sei aufgrund der mäßigen Bildqualität zwar nicht möglich. Körpergröße, Flossenform und Aufenthaltsort deuteten jedoch auf diese Art hin. Auch das englischsprachige Portal "Croatia Week" berichtete darüber.

Gesichtet wurde das Tier im nördlichen Teil der Adria. Der planktonreiche Kvarner-Golf gilt als möglicher Aufenthaltsraum für Riesenhaie.

Zweitgrößter Fisch der Welt

Der Riesenhai ist nach dem Walhai die zweitgrößte bekannte Fischart der Weltmeere. "Riesenhaie werden bis zu zehn Meter lang und bis zu vier Tonnen schwer, ernähren sich aber ausschließlich von Plankton und sind für Menschen völlig ungefährlich", erklärte Meeresbiologe Pero Ugarković der "Kleinen Zeitung" anlässlich einer früheren Sichtung vor Kroatien.

Beim Riesenhai handelt es sich um den zweitgrößten Fisch der Welt. ©AFP

Beim Fressen schwimmt das Tier mit weit geöffnetem Maul durch planktonreiche Wasserschichten und filtert Zooplankton mithilfe spezieller Kiemenreusen aus großen Mengen Meerwasser. Fachinstitutionen wie das Florida Museum of Natural History und das Shark Research Institute verweisen darauf, dass dokumentierte Haiangriffe weltweit überwiegend auf wenige räuberische Arten wie Weiße Haie, Tigerhaie oder Bullenhaie zurückgehen.

65 registrierte Angriffe im Jahr 2025

Nach Angaben der International Shark Attack File wurden im Jahr 2025 weltweit 65 unprovozierte Haiangriffe auf Menschen erfasst. Das entspreche in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die meisten Vorfälle seien aus den USA und Australien gemeldet worden. Riesenhaie scheinen in diesen Statistiken nicht als angreifende Art auf.

Aus Sicht des Artenschutzes gelten Sichtungen wie jene vor Cres als bedeutsam. Der Riesenhai wurde früher vielerorts wegen seines Öls, Fleisches und seiner Flossen gezielt bejagt. Die Bestände gingen in der Folge stark zurück.

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Europa
  • Hai-Video aus der Adria beschäftigt Forscher