Der Blick auf die Tabelle ist eindeutig. Acht Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage. 31 Punkte insgesamt und sechs Zähler Vorsprung auf Verfolger und Titelverteidiger Pressbaum. Der UBSC Wolfurt hat sich im Grunddurchgang der Badminton-Bundesliga an die Spitze gespielt und das mit einer Souveränität, die selbst im Verein für Staunen sorgt.
"Es war der erfolgreichste Grunddurchgang in der Vereinsgeschichte", sagt Kapitän Kilian Meusburger. Wolfurt war in den vergangenen Jahren regelmäßig vorne dabei, doch ein solcher Abstand auf den Zweitplatzierten gelang noch nie. "Wir sind natürlich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Grunddurchgangs", so Meusburger. Und er ergänzt: "Wir hatten noch nie so einen großen Abstand auf den Zweitplatzierten."
Zusammenhalt als Schlüssel
Für Meusburger liegt der Erfolg nicht nur in der sportlichen Qualität, sondern vor allem im Gefüge der Mannschaft. "Es ist ein riesiger Vorteil, dass wir schon seit mehreren Saisonen mit fast der gleichen Mannschaft antreten. Unser Zusammenhalt in der Mannschaft ist extrem gut, die Spieltage fühlen sich fast wie eine Klassenfahrt an, weil man sich immer freut, die Teamkollegen wiederzusehen. Man spürt richtig, dass jeder für jeden kämpft. Wir sind in den letzten Jahren zu einem richtigen Team zusammengewachsen und das zeichnet uns aus", sagt der Kapitän.
Wolfurt profitiert zudem von strukturellen Vorteilen. Während andere Teams im Grunddurchgang immer wieder auf ihre Legionäre verzichteten, weil Flugreisen hohe Kosten verursachen, konnte die Hofsteig-Equipe meistens in Bestbesetzung antreten. "Da haben sich manche Teams Geld gespart, indem sie die Legionäre nicht immer eingesetzt haben und somit nicht immer mit der besten Mannschaft angetreten sind", meint Meusburger. In Wolfurt wohnen auch die Legionäre in der Nähe und reisen mit dem Auto an. "Das spielt sicher auch mit, dass wir den Grunddurchgang so deutlich gewonnen haben."
Halbfinale mit neuer Dynamik
Am 28. März wartet im Halbfinale Mödling. Die Niederösterreicher beendeten den Grunddurchgang auf Rang vier. Beide direkten Duelle gingen an Wolfurt. Die Rollen scheinen verteilt. Doch Meusburger warnt. "Das Play-off hat immer seine eigenen Gesetze, das zeigte sich in den vergangenen Jahren immer wieder. Dennoch sind wir der Meinung, dass wir mit der Performance des Grunddurchgangs das Halbfinalduell gewinnen können und der Heimvorteil wird uns sicher auch etwas helfen."
Brisant ist die geänderte Reihenfolge der Spiele. Das Halbfinale beginnt mit dem Herrendoppel, gefolgt vom Damendoppel. "Das bringt eine andere Dynamik in die Begegnung. Ein guter Start in diesen beiden Spielen wird sicher richtungsweisend", sagt der erfahrene Athlet. Das zweite Halbfinale bestreiten Titelverteidiger Pressbaum und Rekordmeister Traun.
Der Traum vom ersten Titel seit 2017
Trotz Tabellenplatz eins sieht sich Wolfurt nicht automatisch als Titelfavorit. "Im Play-off werden die Gegner wohl mit der besten Aufstellung antreten", so Meusburger. "Es wird auf alle Fälle eine große Herausforderung für uns." Der Titel wird in einer best-of-three-Finalserie ausgetragen. Als Sieger des Grunddurchganges müsste Wolfurt das erste Spiel auswärts bestreiten, hätte dafür aber in Spiel zwei und drei Heimvorteil.
Die Motivation ist groß. Der letzte Titel datiert aus der Saison 2016/17. Ein Jahr später stand Wolfurt noch im Finale, verlor dort gegen Traun. Seither war gleich fünfmal im Halbfinale Endstation. Dieses Jahr soll es anders laufen.
Damendoppel als Trumpf
Verlassen kann sich der UBSC auf ein starkes Damendoppel. Lena Rumpold und Anna Hagspiel standen achtmal gemeinsam auf dem Court und verließen diesen immer als Siegerinnen. Auch Meusburger ist im Einzel ungeschlagen. Gleiches gilt für den im Iran geborenen österreichischen Nationalspieler Mehran Shahbazi, der während der Saison zur Hofsteigtruppe stieß.
(VOL.AT)