Schon bei vergleichsweise milden Außentemperaturen kann sich ein geparktes Auto innerhalb kürzester Zeit lebensgefährlich aufheizen. Der ÖAMTC Vorarlberg warnt vor den Risiken und zeigt, wie Eltern verhindern können, dass Kinder im Fahrzeug eingeschlossen werden.
Wer glaubt, ein paar Minuten im Auto seien bei sommerlichen Temperaturen unproblematisch, unterschätzt die Gefahr. Bereits ab etwa 16 Grad Außentemperatur kann sich ein Fahrzeug durch Sonneneinstrahlung massiv aufheizen. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet, warnt Darko Markovic, der Bereichsleiter für Kommunikation des ÖAMTC Vorarlberg.
Die Gefahr auf einen Blick
- Bereits ab rund 16 Grad Außentemperatur kann sich ein Auto gefährlich aufheizen.
- Der Körper von Kindern erwärmt sich drei- bis fünfmal schneller als jener von Erwachsenen.
- Bei 30 Grad Außentemperatur werden im Fahrzeug nach rund 30 Minuten etwa 46 Grad erreicht.
- Leicht geöffnete Fenster verhindern den Hitzestau nicht.
Nicht immer steckt Vergesslichkeit dahinter
Kinder werden nicht ausschließlich deshalb im Auto eingeschlossen, weil sie vergessen werden. Laut Markovic führen immer wieder technische Defekte oder unglückliche Verkettungen von Umständen dazu, dass sich Fahrzeuge ungewollt verriegeln.
So können etwa defekte Türkontaktschalter, Störungen bei Keyless-Go-Systemen oder die automatische Wiederverriegelung dazu führen, dass sich das Auto verschließt, obwohl sich der Schlüssel noch im Innenraum befindet. Ebenso kommt es vor, dass Kinder selbst den Verriegelungsknopf betätigen oder Eltern den Autoschlüssel versehentlich im Kofferraum liegen lassen.
So lässt sich das Risiko vermeiden
- Autoschlüssel immer am Körper tragen.
- Kindern den Schlüssel nicht zum Spielen geben.
- Beim Einsteigen zuerst die Fahrertür öffnen.
- Beim Beladen mindestens ein Fenster einen Spalt offen lassen.
- Warnsysteme oder Sensormatten nutzen, wenn vorhanden.
Darauf kommt es beim Kindersitz im Sommer an
Nicht nur das Fahrzeug selbst wird zur Hitzefalle – auch der Kindersitz kann sich in der Sonne stark aufheizen. Welche Rolle die Farbe des Bezugs spielt, warum atmungsaktive Materialien angenehmer sind und wie Eltern Verbrennungen durch heiße Gurtschlösser oder Kunststoffteile vermeiden können, erklärt der ÖAMTC Vorarlberg im Video. Außerdem gibt es praktische Tipps, wie sich der Kindersitz vor Fahrtantritt möglichst kühl halten lässt.
Im Ernstfall rasch handeln
Ist ein Kind bei Hitze im verschlossenen Auto eingeschlossen, zählt jede Minute. Feuerwehr und Polizei verfügen über Spezialwerkzeug, um Fahrzeuge möglichst rasch und oft auch beschädigungsfrei zu öffnen.
Während Hilfe unterwegs ist, sollten Eltern versuchen, Ruhe zu bewahren und – wenn möglich – das Fahrzeug von außen zu beschatten. Reagiert das Kind nicht mehr oder verliert es das Bewusstsein, besteht akute Lebensgefahr.
Im Notfall zählt jede Minute
- Sofort den Notruf 122 oder 133 verständigen.
- Das Kind beruhigen und das Fahrzeug möglichst beschatten.
- Reagiert das Kind nicht mehr oder verliert das Bewusstsein, besteht akute Lebensgefahr.
- Wenn keine andere Möglichkeit besteht, eine möglichst weit vom Kind entfernte Seitenscheibe einschlagen.
Der ÖAMTC appelliert deshalb eindringlich, Kinder niemals – auch nicht für wenige Minuten – allein im Auto zurückzulassen. Schon kurze Zeit kann im Sommer ausreichen, damit ein geparktes Fahrzeug zur lebensgefährlichen Hitzefalle wird.
(VOL.AT)