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Hohe Spritpreise: Streit um Tempo 100 auf der A14

Die Grünen fordern Tempo 100 auf der A14, während andere Parteien dagegen sind.
Die Grünen fordern Tempo 100 auf der A14, während andere Parteien dagegen sind. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die hohen Treibstoffkosten sorgen in Vorarlberg für neue Debatten: Während viele Autofahrer sparen wollen, bringen die Grünen ein Tempolimit von 100 km/h auf der A14 ins Spiel.

Angesichts steigender Spritpreise überlegen viele Menschen, wie sich der Verbrauch reduzieren lässt. Neben dem Umstieg auf Bus und Bahn rückt auch eine langsamere Fahrweise in den Fokus. Konkret geht es um Tempo 100 auf Autobahnen – eine Maßnahme, die laut Expertinnen und Experten Einsparungen von bis zu 25 Prozent beim Treibstoff bringen kann.

Die Vorarlberger Grünen sprechen sich klar für eine solche Regelung auf der Rheintalautobahn A14 aus. "Die Rheintalautobahn A14 gleicht einer Stadtautobahn", sagte Grünen-Klubobmann Daniel Zadra gegenüber dem ORF. Auf weiten Abschnitten sei ohnehin kaum mehr als 100 km/h möglich. "Insofern wäre Tempo 100 in Vorarlberg eine sinnvolle Maßnahme", so Zadra.

Breite Ablehnung bei anderen Parteien

Deutlicher Gegenwind kommt hingegen von den übrigen Landtagsparteien. ÖVP, SPÖ und NEOS wollen keine verpflichtende Temporeduktion. Ihrer Ansicht nach sollen Autofahrer selbst entscheiden, ob sie langsamer unterwegs sind, um Sprit zu sparen. Wer den Verbrauch senken wolle, könne bereits jetzt freiwillig mit 100 oder 110 km/h fahren.

Für ÖVP-Verkehrssprecher Clemens Ender wäre ein fixes Limit gleichbedeutend mit einer Bevormundung der Autofahrer.

Auch FPÖ-Landesstatthalter Christof Bitschi lehnt den Vorschlag klar ab. Die Debatte rund um "100 oder 130" sei aus seiner Sicht überflüssig. Die Forderung bezeichnete er als "zynisch". Wörtlich sagte Bitschi: "Die eine Ministerin erklärt, man kann Heizkosten sparen, wenn man einen Pullover anzieht und die Heizung zurückdreht. Der Bundeskanzler erklärt, man kann Sprit sparen, indem man weniger Sprit verbraucht." Stattdessen fordert die FPÖ die Abschaffung der CO₂-Steuer sowie eine Halbierung der Mineralölsteuer.

Mehr Fahrgäste in Bus und Bahn

Parallel dazu zeigt sich ein klarer Trend im öffentlichen Verkehr. Beim Verkehrsverbund Vorarlberg steigt die Nachfrage nach Bus- und Bahnangeboten spürbar. "Je länger die aktuelle Situation andauert, desto stärker merken wir den Effekt", erklärte Pressesprecher Daniel Amann. Eine nachhaltige Veränderung im Mobilitätsverhalten brauche jedoch Zeit.

E-Autos im Aufwind

Auch im Autohandel ist Bewegung erkennbar. Die Nachfrage nach Elektroautos zieht deutlich an – insbesondere bei gebrauchten Modellen. Hintergrund sind vor allem die hohen Anschaffungskosten für Neuwagen, die viele bisher vom Umstieg abgehalten haben.

"Die Kunden denken um und greifen vermehrt zu gebrauchten E-Autos", sagte Rudi Lins, Sprecher des Kfz-Handels in der Wirtschaftskammer. Bei Neuwagen liege der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge mittlerweile nahezu bei 100 Prozent.

Besonders gefragt sind E-Autos bei Menschen, die bereits eine Photovoltaikanlage besitzen und den selbst erzeugten Strom nutzen können. Auch das Energieinstitut registriert verstärkt Anfragen von Privatpersonen, die sich über Möglichkeiten informieren, Energie für ihr Fahrzeug zu Hause zu produzieren und zu speichern.

(VOL.AT)

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