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Huemer nach dem Hard-Aus: "Wir waren zur entscheidenden Phase halt nicht da"

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Vieles sprach lange für den Alpla HC Hard. Trotzdem steht am Ende eine Saison, die Sportvorstand Thomas Huemer nicht schönredet.

Die Saison des Alpla HC Hard ist beendet. Und zwar deutlich früher, als man es in Hard gewohnt ist. Bereits im Viertelfinale der HLA-Playoffs war gegen die Fivers Margareten Schluss. Für einen Klub mit Titelanspruch ein Rückschlag. Entsprechend offen spricht Sportvorstand Thomas Huemer nun über Fehler, verpasste Chancen und die Ursachen einer Saison, die zwar nicht komplett misslang, am Ende aber dennoch enttäuschte.

"Natürlich sind viele bei uns enttäuscht. Die Fans, die Gönner und wir selbst", sagt Huemer im Gespräch mit VOL.AT. Besonders schmerzhaft sei gewesen, dass die Mannschaft gerade in den entscheidenden Wochen nicht ihr bestes Niveau erreichte. "Wir waren zur entscheidenden Phase halt nicht da."

Gute Phasen, zu viele Einbrüche

Dabei verlief die Saison keineswegs durchgehend schlecht. Hard belegte nach dem Grunddurchgang Rang zwei und stand zudem im Cupfinale. Doch genau diese Widersprüchlichkeit zieht sich laut Huemer wie ein roter Faden durch die gesamte Spielzeit.

"Das widerspiegelt zu 100 Prozent unsere Saison", sagt er mit Blick auf die schwankenden Leistungen. Immer wieder habe die Mannschaft Spiele kontrolliert, Führungen herausgespielt und dann plötzlich den Faden verloren. Besonders im Viertelfinale gegen die Fivers sei das sichtbar geworden. In allen drei Spielen dominierte Hard phasenweise, brachte sich durch Eigenfehler aber immer wieder selbst in Schwierigkeiten.

Ein enttäuschter Lukas Fritsch. Er hat seinen Vertrag in Hard verlängert. ©GEPA

"Wir haben sehr viele Chancen liegen gelassen, freie Würfe vergeben und waren oft unkonzentriert", erklärt Huemer. Auch mental habe der Mannschaft in gewissen Situationen etwas gefehlt. "Vielleicht war es am Ende des Tages auch ein bisschen der Teamgeist oder der Hunger, wirklich gewinnen zu wollen, der gefehlt hat."

"Die Liga ist brutal ausgeglichen"

Als Ausrede will Huemer das jedoch nicht verstanden wissen. Zwar sei die HLA mittlerweile deutlich breiter und ausgeglichener besetzt als noch vor einigen Jahren, die Verantwortung liege aber trotzdem bei Hard selbst.

"Stabilität hat in dieser Liga eigentlich keiner gehabt", sagt er. Ergebnisse seien laufend gekippt, vermeintliche Favoriten gestrauchelt. Dennoch sei der Anspruch in Hard unverändert hoch. "Wenn man in Hard spielt, dann muss man um den Titel spielen. Das ist unser Image und auch unser Anspruch."

Tumi Rúnarsson hätte sich gerne mit einem Titel aus Hard verabschiedet. ©GEPA

Dass sich Hard im Viertelfinale die Fivers selbst als Gegner aussuchte, sieht Huemer rückblickend nicht als Fehlentscheidung. Die Auswahl sei nach intensiven Gesprächen getroffen worden. "Verpokert haben wir uns nicht", sagt er. Dennoch räumt er ein: "Vielleicht hätte uns ein anderes Los bessergetan. Im Nachhinein ist das aber einfacher zu beurteilen."

Trainerwechsel soll neuen Impuls bringen

Die Vorbereitungen auf die kommende Saison laufen bereits. Trainer Hannes Jón Jónsson muss nach fünf Jahren gehen, obwohl Huemer ausdrücklich betont, dass der Isländer die Mannschaft keineswegs verloren habe. Vielmehr gehe es um neue Ideen und einen neuen Impuls.

Ohne Meistertitel endet die fünfjährige Ära von Hannes Jón Jónsson in Hard ©GEPA

"Wir waren der Meinung, dass die Mannschaft eine Veränderung braucht", erklärt der Sportvorstand. Mit Spyros Balomenos übernimmt künftig ein Trainer, der die Liga bereits kennt und einen schnellen, dynamischen Handball etablieren soll.

Auch im Kader wird umgebaut. Vor allem die fehlende Konstanz soll künftig verbessert werden. "Wir müssen daraus lernen und wissen, welche Mentalität man braucht, um wieder ganz oben mitzuspielen", sagt Huemer.

Sportvorstand Thomas Huemer. ©Hartinger

Der Druck bleibt jedenfalls unverändert hoch. "Wenn sie das Ortsschild von Hard sehen, wissen alle, was die Erwartungen sind."

(VOL.AT)

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