Zinsüberschuss sinkt, geringere Risikovorsorge stützt Ergebnis
Der Zinsüberschuss als eine tragende Säule im Geschäft der Hypo Vorarlberg verringerte sich 2025 aufgrund der gesunkenen Zinsen auf 209,2 Mio. Euro (2024: 233,7 Mio.), der Provisionsüberschuss wurde hingegen um 2,3 Prozent auf 39,8 Mio. Euro (2024: 39,0 Mio.) gesteigert. Die Risikovorsorge konnte im vergangenen Jahr auf 18,3 Mio. Euro reduziert werden, nachdem diese im Jahr davor das Ergebnis noch mit 66,2 Mio. Euro belastet hatte. Das Jahresergebnis nach Steuern betrug 53,2 Mio. Euro (2024: 42,5 Mio.).
Knapp zwei Drittel des Kreditgeschäfts in Österreich
Die Forderungen an Firmenkunden nahmen leicht auf 7,8 Mrd. Euro (2024: 7,7 Mrd.) zu, Vorstand Stephan Sausgruber bewertete die Kreditnachfrage aber als "sehr verhalten". Der Schweizer Markt habe sich unter anderen Rahmenbedingungen – mit einem Leitzins von 0 Prozent für den Schweizer Franken und einem starken Zuzug von Hochqualifizierten, die für Nachfrage auch im Immobilienbereich sorgen – deutlich stabiler entwickelt.
In Vorarlberg sei die Nachfrage nach Wohnraum nur leicht gestiegen und habe sich besonders auf gebrauchte Immobilien konzentriert. Der größte Teil des Kreditgeschäfts – knapp zwei Drittel – wird in Österreich (64 Prozent) abgewickelt, auf Deutschland entfallen 15 Prozent, auf die Schweiz 13 Prozent und auf das in Italien betriebene Leasing-Geschäft 7 Prozent. Die Kundeneinlagen wuchsen um 5,1 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro an, auch das Wertpapier-Anlagegeschäft habe sich positiv entwickelt, hieß es.
Nach Angaben von Haller wurden mit dem Gewinn die Eigenmittel gestärkt, die Ende 2025 auf 1,79 Mrd. (2024: 1,74 Mrd.) anwuchsen. Beim harten Kernkapital wurde eine Quote von 15,85 Prozent (2024: 16,21) erreicht, bei den Gesamteigenmitteln lag sie bei 18,95 Prozent (2024: 19,30). Den nominellen Rückgang der Quoten führte Haller auf eine Änderung in der Berechnung (CRR3) zurück.
Die Ausschüttung der Dividende beträgt vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung 11,7 Mio. Euro (2024: 10,1 Mio.), wovon rund 9 Mio. Euro an das Land Vorarlberg gehen, das knapp 77 Prozent der Anteile der Hypo Vorarlberg hält. "Wir leisten unseren Beitrag in Zeiten angespannter Budgets", so Haller.
Verflogener Optimismus
Mit Blick auf das laufende Jahr merkten der Vorstandsvorsitzende und Sausgruber an, dass der zu Jahresbeginn vorherrschende Optimismus durch den Krieg im Nahen Osten einen massiven Dämpfer versetzt bekommen habe. Viele kleinere und mittlere Unternehmen steckten in Schwierigkeiten, was auch die zunehmende Anzahl an Insolvenzen belege.
Haller kritisierte, dass die ausgelaufene KIM-Verordnung "in Wirklichkeit verlängert" worden sei – nämlich als Empfehlung. Dieses "sehr strikte Konzept" lasse zu wenig zu, auf Einzelfälle einzugehen. Haller erkannte gehemmte Investitionen, durch die eine Abwärtsspirale entstehe. Die Probleme in der Vorarlberger Baubranche schlügen schon auf die Handwerksbetriebe durch. Auch sah er es als problematisch, wenn man sich kein Eigentum schaffen könne, sei doch eine abbezahlte Wohnung "ein wichtiger Baustein für die Pension".
Die Hypo Vorarlberg mit Sitz in Bregenz ist nach eigenen Angaben die elftgrößte Bank Österreichs und betreibt im Bundesland 13 Filialen, hat aber auch Niederlassungen in Wien, Graz, Wels, Salzburg und in St. Gallen in der Schweiz. In den nächsten Jahren sollen 50 Mio. Euro in den Neubau und die Modernisierung von Niederlassungen sowie in die weitere Digitalisierung fließen. Etwa 40 Prozent des Geschäfts werden in Vorarlberg gemacht.
2025 wurden über 950 Personen (789 Vollzeitäquivalente, 2024: 761) beschäftigt. "Mit dem aktuellen Personalstand können wir unsere Strategie umsetzen und gut wachsen", sagte Haller. Weil Banken wieder als attraktiver Arbeitgeber gelten würden, sei es möglich gewesen, offene Stellen zu besetzen. Für Haller geht zum Jahresende seine Zeit bei der Hypo Vorarlberg zu Ende, der er seit 2017 vorsteht. Er hat sich nicht mehr um eine Verlängerung seines Mandats bemüht. Ihm folgt ab Oktober Christof Splechtna, aktuell Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Landesbank Tirol, als neuer Vorstandsvorsitzender nach.
(APA)