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"Ich bin nicht so die Managerin": Verein ohne Führung, aber mit großen Zukunftsplänen

Erika Lutz in ihrem Atelier, das für Workshops vom Verein PippiFinn genutzt wird.
Erika Lutz in ihrem Atelier, das für Workshops vom Verein PippiFinn genutzt wird. ©VOL.AT
Der Frastanzer Kulturverein PippiFinn hat ein Konzept und große Pläne für Kinder in Vorarlberg. Was fehlt, ist für die Zukunft des Vereins aber entscheidend.

Erika Lutz läuft durch ihr geräumiges Atelier in Frastanz. Auf den Tischen im ganzen Raum sieht man Spuren früherer Kunstaktionen. "Hier führe ich meine Kinder-Kunstworkshops für unseren Verein PippiFinn durch", sagt die 60-Jährige. Die letzten Workshops fanden im Herbst statt. Ziel sei es sowieso, einen anderen Ort zu nutzen und nicht "die private Werkstatt". Aktuell fehle es aber an personellen und finanziellen Ressourcen für die Umsetzung der weiteren Pläne.

PippiFinn möchte Kindern einen Raum bieten, in dem sie sich künstlerisch ausprobieren können. ©PippiFinn

"PippiFinn" wurde vor zwei Jahren gegründet. Ein "Kinderkünsteuniversum" nennt sich der gemeinnützige Verein. Sein Ziel ist es, Kindern einen Raum zu geben, an dem sie basteln, spielen und gestalten können. Parallel zum Poolbar Festival 2024 wurden die ersten Workshops im eigenen Zelt angeboten. Danach fanden weitere Kunstaktionen statt – angeleitet von Erika Lutz und Anna Blocher, beide Pädagoginnen und Künstlerinnen. Im vergangenen Jahr gab es noch Workshops im Atelier von Lutz, doch in letzter Zeit ist es ruhig geworden um den Verein. Das Zelt kann weiterhin gemietet werden. Zuletzt war es Teil des Kulturangebots beim "Magischen Dorf" in Rankweil.

Ehrenamt stößt an seine Grenzen

Das eigene Vereinsprogramm wird durch das Drei-Personen-Team aktuell nicht weiterentwickelt. "Wir sind alle berufstätig", erklärt Lutz. Sie unterrichtet unter anderem kreative Ausdrucksmöglichkeiten an der Kathi-Lampert-Schule und arbeitet als Schulassistentin. Auch Anna Blocher arbeitet an einer Schule. Tomi Scheiderbauer, der das grafische Erscheinungsbild von PippiFinn prägt, ist durch andere Projekte eingebunden. "Was uns ganz dringend fehlt, ist eine Person, die das Ganze führt. Also eine Geschäftsführung", sagt Lutz. Bisher wurde alles von den beiden Frauen und einer weiteren Unterstützerin organisiert. Diese sei jedoch aus dem Vereinsprojekt ausgestiegen. Lutz möchte sich auf das Leiten der Workshops konzentrieren. "Ich bin nicht so die Managerin", sagt sie.

Erika Lutz und das kleine PippiFinn-Team hängen mit Herzblut an ihrem Vereinsprojekt. ©VOL.AT

Die Aufgaben einer neuen Geschäftsführung wären vielfältig. Sie soll koordinieren, organisieren und vor allem finanzielle Mittel sichern. Es sei nicht zu schaffen, Förderanträge, Sponsorengewinnung und Budgetplanung nebenbei zu erledigen. "Wenn man öffentliche Gelder möchte, muss man Anträge stellen. Das hört sich oft einfach an, aber da hängt sehr viel dran", sagt Lutz.

Finanzierung als große Hürde

Genau darin liegt die Herausforderung. Das PippiFinn-Team sucht eine Person, die hilft, jene Strukturen aufzubauen, aus denen die eigene Stelle künftig finanziert werden soll. "Wir brauchen jemanden, der bereit ist, mit Leidenschaft da reinzugehen", sagt Lutz. Bisher habe es zwar Interesse gegeben, aber noch keine ernsthafte Bewerbung.

Bei den Bastelworkshops wird wenig vorgegeben. Die Kinder sollen sich mit Farben und Materialien selbst ausprobieren. ©PippiFinn

Dabei seien die Ideen groß. Langfristig stellt sich Lutz ein Haus mit Öffnungszeiten vor, in dem Kinder kommen und gehen können – eine Art Jugendzentrum mit Werkstatt, Materialien und Angeboten aus Kunst, Musik und mehr. Ferienangebote wären aus ihrer Sicht wichtig.

Hochgesteckte Ziele

Ein mobiles Angebot soll Teil des Konzepts bleiben. Das vereinseigene Zelt bezeichnet Lutz als "großes Plus". Damit kann PippiFinn zu Schulen, Gemeinden, Firmen oder Veranstaltungen gehen. Über die Vorarlberger Plattform Doublecheck hat Lutz bereits Workshops mit Schulen umgesetzt.

Der Verein hat ein Manifest erstellt, das Kinder in ihrer kreativen Entwicklung unterstützen soll. ©VOL.AT

Lutz sagt selbst: "Die Ziele sind sehr hochgesteckt." Dennoch ist sie überzeugt, dass der Verein wachsen und langfristig bestehen wird. Die Nachfrage sei jedenfalls vorhanden, sagt sie. Wenn Workshops stattfinden, seien Kinder und Eltern begeistert.

(VOL.AT/Franziska Eckert)

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