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Ich hab keine Ahnung von … American Football: Ein Blick hinter die Kulissen der Blue Devils Hohenems

VOL.AT-Reporter Dennis Strobel hat keine Ahnung von American Football – und genau deshalb stellte er sich dem Training der Cineplexx Blue Devils in Hohenems. Für "Ich hab keine Ahnung von …" wollte er wissen, wie hart dieser Sport wirklich ist. Eine Erfahrung, die nicht ganz schmerzfrei blieb.

Der sechzigste Superbowl ist noch nicht lange Geschichte, da stürzt sich VOL.AT-Reporter Dennis Strobel rein ins Getümmel und zieht sich den Helm auf und die Shoulder Pads an. American Football gilt als eine der härtesten Teamsportarten der Welt. Für die Serie "Ich hab keine Ahnung von …" wollte es VOL.AT-Reporter Dennis Strobel genau wissen – und absolvierte ein offizielles Training bei den Cineplexx Blue Devils in Hohenems. Im Videobeitrag ist die komplette Erfahrung zu sehen.

Schutz ist das "Um und Auf"

Schon vor dem ersten Ballkontakt wird klar: Ohne Schutz geht im Football nichts. Helm, Shoulder Pads und Jersey werden angepasst, die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, das Sichtfeld deutlich reduziert. "Wichtig ist, dass man sich schützt. Das ist das Um und Auf", erklärt Christian Steffani, der seit Jahren bei den Blue Devils aktiv ist. Er war bereits bei der Gründung des Vereins dabei und spielte lange auf Profiniveau – auch im Ausland. Nach einer Verletzung beendete er seine aktive Karriere und gibt seine Erfahrung nun als Coach an den Nachwuchs weiter. Steffani stammt ursprünglich aus Schwarzach.

Gebanntes und respektvolles Miteinander

Vor dem eigentlichen Training versammelt sich die Mannschaft in den Vereinsräumlichkeiten. Headcoach Daniel Weller erklärt auf Englisch die Schwerpunkte der bevorstehenden Einheit. Männer unterschiedlichster Statur, Körpergröße und Erscheinung betreten den Raum – ein Querschnitt durch den Sport. Was man auf den ersten Blick nicht erwarten würde: Auf Wellers Ansprache folgt geschlossen ein respektvolles "Yes, Sir". Die Sprache im Raum ist Englisch, die Besprechung konzentriert und ernst. Jeder weiß, worum es geht.

Erstaunliche Ruhe im Raum, wenn Headcoach Daniel Weller die "für den Neuling schwer verständlichen" Kommandos erklärt. ©Strobel/VOL.AT

Rhythmus und Ansprache

Was von außen oft nach reiner Härte aussieht, entpuppt sich am Trainingsplatz schnell als hochkomplexes Zusammenspiel. Jeder Spielzug ist durchgetaktet, jede Bewegung einstudiert. Kommandos werden gerufen, Formationen wechseln innerhalb von Sekunden.

Alle hören gespannt auf die nächsten Schritte des Trainings, auch Reporter Dennis Strobel, hier vorne links mit der Nummer 9 auf dem Trikot. ©Lochbühler/VN

Headcoach Daniel Weller erklärt die taktische Tiefe des Sports. Spielzüge könnten sich ähneln, doch jedes Team arbeite mit eigenen Begriffen und Systemen. "Jedes Team hat seine eigenen Wörter. Das macht Football interessant", sagt er. Für Außenstehende wirkt vieles chaotisch – tatsächlich folgt alles klaren Abläufen.

Team vor Einzelkämpfer

Trotz der Härte steht eines im Vordergrund: das Team. Jeder Spielzug funktioniert nur, wenn alle ihre Aufgabe erfüllen. Blockt ein Spieler zu spät, bricht das System zusammen. Reagiert ein Receiver einen Moment zu früh, ist der Spielzug verloren.

Was beim ersten Zuschauen oft wie eine Massenschlägerei aussieht, ist komplett durchgetaktet. Alle kennen ihre Aufgabe genau. ©Strobel/VOL.AT

Headcoach Daniel Weller legt Wert auf Disziplin und klare Abläufe. Die Trainingseinheit wirkt strukturiert, fast militärisch organisiert – ohne dabei die Leidenschaft für den Sport zu verlieren. Respekt, Konzentration und Zusammenhalt prägen das Bild.

Eigene Infrastruktur im Herrenried

Trainiert wird im Herrenriedstadion in Hohenems, wo die Blue Devils ihre eigene Abteilung haben. Den Spielern steht dort auch ein vereinseigenes Fitnessstudio zur Verfügung, das sie zusätzlich zu den Trainingseinheiten nutzen können. Krafttraining ist fixer Bestandteil des Programms – Football erfordert nicht nur Technik, sondern auch körperliche Stabilität und Explosivität.

Vorarlberger Frauen im Football

Auffällig ist, dass am Trainingsabend ausschließlich Männer am Feld stehen. Das liegt jedoch weniger am fehlenden Interesse, sondern an den Regularien der Liga. Mädchen dürfen in dieser Division bis zum 18. Lebensjahr mitspielen, danach ist ein Antreten in dieser Spielklasse nicht mehr vorgesehen. In der Vergangenheit waren immer wieder Spielerinnen Teil des Teams – einige spielten so lange, wie es die Regeln erlaubten.

Der Teamgeist wird in ganz vielen Situationen des Trainings ersichtlich, besonders bei den Zusammenkünften, bei denen sich das Team mit Rufen motiviert. ©Strobel/VOL.AT

Komplexes Spiel, das Zeit braucht

Die Regeln hat VOL.AT-Reporter Dennis Strobel nach nur einer Trainingseinheit noch längst nicht verinnerlicht. Auch bei den zahlreichen Begrifflichkeiten besteht weiterhin Aufholbedarf. Was jedoch deutlich wurde: American Football erfordert weit mehr als bloße Körpermasse und Härte. Koordination, Timing und eine solide Grundfitness sind essenziell. Jeder Spielzug verlangt Präzision und Abstimmung im Team. Eine Erfahrung, die man selbst gemacht haben sollte – besonders jene, die den Sport gerne als langweilig abstempeln, weil er vermeintlich zu oft unterbrochen wird.

Interessierte können sich unter der Mailadresse: office@blue-devils.eu melden.

(VOL.AT)

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