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"Ich habe meinen Traum gelebt"

©Privat
Ex-ÖFB-Torhüter Ramazan Özcan erreichte mit harter Arbeit die große Fußballbühne und blickt stolz zurück.

Der heute 41-Jährige absolvierte in seiner Profi-Karriere 310 Pflichtspiele, stand zehnmal für das ÖFB-Team zwischen den Pfosten und schaffte mit der TSG Hoffenheim sowie dem FC Ingolstadt gleich zweimal den Sprung in die deutsche Bundesliga. Für Ingolstadt lief er insgesamt 151-mal auf und blieb dabei 53-mal ohne Gegentor. Dazu kam 2016 ein ganz besonderer Abend in der Champions League, als er beim 3:0 von Bayer Leverkusen gegen die AS Monaco ohne Gegentor blieb. "Ich blicke mit Stolz auf meine Karriere zurück. Es war harte Arbeit, aber ich habe meinen Traum gelebt", sagt Özcan.

Zweimal feierte Özcan den Aufstieg in die deutsche Bundesliga, hier mit dem FC Ingolstadt. ©Privat

Der lange Weg nach oben

Seine Laufbahn begann beim FC Götzis, ehe er über die AKA Vorarlberg den Sprung in den Profifußball schaffte. 2003 wechselte der Torhüter zu Austria Lustenau, später folgten Stationen bei Red Bull Salzburg, Hoffenheim, Beşiktaş, Ingolstadt und schließlich Bayer Leverkusen. Vor allem in Deutschland erarbeitete sich "Rambo", wie ihn bis heute fast alle nennen, einen ausgezeichneten Ruf als verlässlicher Torhüter und absoluter Teamspieler.

Es war harte Arbeit, bis Ramazan Özcan am 7. Dezember 2016 sein Debüt in der Königsklasse feiern durfte. ©Privat

"Ich habe schon als Kind groß geträumt und versucht, alles zu investieren, auch wenn niemand geglaubt hat, dass ich es bis ganz nach oben schaffe." Heute lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern wieder im Ländle. "Irgendwie schließt sich damit ein Kreis", sagt er.

Heute ist der ehemalige Profi gern mit dem Rennrad unterwegs. ©Privat

Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die Aufstiege mit Hoffenheim und Ingolstadt, zwei Vereine, die in ihrer Entwicklung viel Wucht entfaltet haben. "Ich habe wunderbare Erinnerungen an diese Zeit", erzählt Özcan. "Diese Euphorie in der Stadt und in der ganzen Region, wenn alle mit dir feiern, vergisst man nicht."

Ein Traum geht in Erfüllung

Der Höhepunkt seiner Karriere folgte am 7. Dezember 2016 auf der größten Bühne des europäischen Klubfußballs. Beim 3:0-Heimsieg der Werkself gegen die AS Monaco gab er sein Champions-League-Debüt und blieb ohne Gegentor. "Von solchen Spielen träumt man als Kind", sagt er. "Die Hymne zu hören, das war Gänsehaut."

Der Spielball aus dem Champions-League-Duell Bayer Leverkusen gegen AS Monaco (3:0) hat einen besonderen Platz bekommen. ©Privat

Auch im Nationalteam gehörte Özcan bei zwei Europameisterschaften, 2008 und 2016, zum österreichischen Kader. Ohne Einsatz zwar, aber mit großem Stolz. "Es war immer eine Ehre, für Österreich spielen zu dürfen. Für mich war es schon ein Wahnsinn, dass ich es überhaupt ins Nationalteam geschafft habe und bei zwei Europameisterschaften dabei sein durfte."

Zehnmal stand der gebürtige Hohenemser für das ÖFB-Team zwischen den Pfosten. ©GEPA

2020 beendete er seine aktive Laufbahn ganz bewusst. "Es war immer mein Ziel, nicht aus gesundheitlichen Gründen aufhören zu müssen", sagt Özcan. "Der Zeitpunkt damals war genau der richtige."

Neues Kapitel, alter Ehrgeiz

Direkt nach dem Karriereende blieb Özcan dem Fußball erhalten. Bei Bayer Leverkusen stieg er als Torwarttrainer im Nachwuchsbereich ein. Inzwischen hat er das Torwarttrainer-A-Diplom abgeschlossen. Nach einem Jahr Pause, in dem die Familie im Mittelpunkt stand, ist die Lust auf den nächsten Schritt wieder da.

Seine letzte Station als Tormanntrainer war beim SCR Altach – hier mit Dejan Stojanovic. ©Privat

"Ich habe die Zeit abseits des Fußballs sehr genossen, aber inzwischen kribbelt es schon wieder", sagt Vorarlbergs Fußballer des Jahres 2014. Wohin sein Weg genau führt, lässt er offen. Klar ist nur, die Zielstrebigkeit von früher ist geblieben. "Man braucht immer Ziele. Ein Mensch ohne Ziele ist für mich wie jemand, der planlos umherirrt, das bin ich nicht."

(VOL.AT)

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