"Ich kann seit Monaten nicht mehr schlafen" – Eine Iranerin aus der Region zwischen Angst und Hoffnung
Bomben, politische Spannungen, internationale Debatten – vieles davon wirkt weit weg. Für Asal ist es das nicht. Die gebürtige Iranerin hat in Vorarlberg studiert und lange hier gelebt, heute wohnt sie in der Grenzregion. Ihre Familie jedoch ist weiterhin im Iran. Und die Sorgen reisen täglich mit. Im VOL.AT-Video-Interview spricht sie über ihre Gefühle und wie sie mit der Situation umgeht.
Zwischen zwei Welten
"Ich finde die Situation im Moment gar nicht schön. Ich habe sehr viele Sorgen. Sehr viele Ängste", sagt Asal. Ihre Mutter, ihr Bruder, ihre Neffen und ihre engsten Freunde leben weiterhin im Iran. Der Kontakt ist schwierig, das Internet immer wieder abgeschaltet. Erst kürzlich habe sie eine Freundin gebeten, ihre Mutter telefonisch zu erreichen und nachzufragen, ob es ihr gut gehe. "Sie hat gesagt: Es geht ihr gut. Mach dir keine Sorgen." Doch die Sorgen bleiben. "Seit zwei, drei Monaten kann ich nicht mehr gut schlafen. Ich wache auf und muss sofort Nachrichten schauen." Körperlich sei sie hier in Sicherheit. Emotional sei sie jeden Tag dort.
Angst – und trotzdem Hoffnung
Was viele Menschen hier nur schwer nachvollziehen könnten, sei dieses Nebeneinander aus Furcht und Hoffnung. Sie spricht von einer tiefen Ohnmacht vieler Menschen im Iran – und von dem Wunsch nach Veränderung. "Wir hoffen einfach, dass es bald ein Ende gibt", sagt sie. Ihr größter Wunsch sei "Freiheit für den Iran. Eine Demokratie. Eine friedliche Welt."
Halt in Vorarlberg
Viele ihrer Freunde aus der iranischen Community leben in Vorarlberg. Der Austausch mit anderen Iranern in der Region gebe ihr Kraft. Man telefoniere, schreibe Nachrichten, teile Sorgen und Hoffnungen. "Wir wollen alle Freiheit für den Iran", sagt sie. Auf Social Media teilt Asal regelmäßig Beiträge zur Situation in ihrer Heimat. Eigentlich habe sie nie politisch sein wollen. "Aber wenn es um Menschenrechte geht, kann ich nicht leise sein." Die meisten Reaktionen auf ihre Beiträge seien unterstützend.
Was sie sich von den Menschen hier wünsche? "Alleine wenn sie verstehen und ein bisschen Mitgefühl haben, bedeutet mir das viel." Abschließend sagt sie einen Satz, der ihre Gefühlslage zusammenfasst: "Was wünscht man sich als Mensch? Eine freie, friedliche Welt. Mehr wollen wir nicht."
(VOL.AT)