IKEA Vorarlberg: Der Plan hinter dem Plan
Am kommenden Mittwoch lädt IKEA Österreich zu einer Pressekonferenz in Dornbirn. Offiziell geht es um das fünfjährige Bestehen des lokalen Planungsstudios. Hinter den Kulissen wird jedoch seit Tagen über eine weitreichendere Ankündigung spekuliert: den Markteintritt des schwedischen Möbelkonzerns in Vorarlberg.
Als möglicher Standort gilt das ehemalige Kika-Gebäude beim Dornbirner Messepark – ein Areal mit direkter Autobahnanbindung und unmittelbarer Nähe zur Schweizer und deutschen Grenze.
Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse
Nach Informationen der "Schwäbischen Zeitung" soll ein neuer Standort rund 150 Arbeitsplätze schaffen. Offiziell bestätigt ist diese Zahl bislang nicht.
Sollte das Projekt tatsächlich umgesetzt werden, wäre es eine der größten Handelsinvestitionen der vergangenen Jahre im Land. Neben direkten Jobs wären auch zusätzliche Impulse für Zulieferer, Dienstleister und den Handel im Umfeld zu erwarten.
Auffällig ist dabei: Einige Details rund um das Projekt tauchten zuerst in deutschen Medien auf. Das zeigt, wie groß das Interesse am geplanten Standort im gesamten Bodenseeraum ist.
Architektur statt klassischem Möbelhaus
Der geplante Standort soll sich deutlich vom klassischen Bild eines IKEA-Marktes unterscheiden. Statt eines großflächigen, blau-gelben Möbelhauses könnte ein moderner, stärker ins Umfeld integrierter Bau entstehen.
Als mögliches Vorbild gilt der viel beachtete IKEA am Wiener Westbahnhof – ein Gebäude, das bewusst als Teil des urbanen Umfelds konzipiert wurde und architektonisch neue Wege geht.
Damit reagiert das Unternehmen auch auf eine der zentralen Kritiken früherer Standortdebatten in Vorarlberg: große Flächen und dominante Baukörper.
Lustenau scheiterte – Dornbirn könnte funktionieren
2017 schien ein IKEA in Vorarlberg bereits greifbar. Damals war ein Standort in Lustenau im Gespräch. Doch massiver Widerstand aus Teilen der Bevölkerung ließ das Projekt letztlich scheitern.
In Dornbirn gestaltet sich die politische Ausgangslage bislang deutlich entspannter. Vertreter der Stadt signalisierten früh Unterstützung für die Ansiedlung, auch auf Landesebene wurde das Projekt grundsätzlich positiv bewertet.
Zuletzt standen vor allem Verkehrsfragen im Mittelpunkt der Prüfungen. Nach übereinstimmenden Berichten sollen entsprechende Berechnungen mittlerweile grünes Licht gegeben haben.
Strahlkraft für die gesamte Bodenseeregion
Ein IKEA direkt beim Messepark Dornbirn hätte eine Wirkung weit über die Landesgrenzen hinaus. Die Lage im Dreiländereck – mit kurzen Wegen in die Ostschweiz, nach Liechtenstein und nach Süddeutschland – macht den Standort auch für internationale Kundschaft attraktiv.
Gerade deshalb beobachten Wirtschaft und Handel rund um den Bodensee die Entwicklung aufmerksam. Während in Vorarlberg seit Jahren über ein mögliches Möbelhaus diskutiert wird, scheint die Dimension des Projekts auf deutscher Seite vielerorts noch unterschätzt zu werden.
Ob aus den Spekulationen tatsächlich Realität wird, dürfte sich spätestens bei der angekündigten Pressekonferenz in Dornbirn zeigen.
(VOL.AT)