
Wasserhosen über dem Bodensee sorgen derzeit für Aufsehen. Warum sie zuletzt häufiger zu sehen sind, wie sie entstehen und wann das Wetterphänomen tatsächlich gefährlich werden kann.
Ein heißes Thema in Vorarlberg
In den vergangenen Wochen wurde ein Phänomen über dem Bodensee sichtbar: Wasserhosen bildeten sich auf der Oberfläche und wurden ein heißes Thema unter den Vorarlbergern.
Ob und wie genau Wasserhosen gefährlich sein können und warum sie in letzter Zeit so oft vorkommen, erklärt Meteorologe Alexander Radlherr gegenüber VOL.AT.
Wie Wasserhosen entstehen
Wasserhosen, oder auch Windhosen genannt, sind eine Naturerscheinung, die unter bestimmten Bedingungen stattfindet. Sie entstehen, wenn sehr kalte Luft in der Höhe auf warme, feuchte Luftmassen und eine warme Wasseroberfläche trifft.
"Das kann man sich dann vorstellen wie beim Eiskunstlauf, wenn die Eiskunstläuferin oder der Eiskunstläufer eine Pirouette macht und dann die Arme und Beine anlegt, anzieht, dann macht es sich kleiner und dreht sich dafür schneller", so Radlherr.
Alexander Radlherr betont zudem, dass Wasserhosen und Tornados identisch sind: "Das ist dasselbe von der Physik her", verdeutlicht er. "Von der Entstehung her ist das genau das Gleiche, nur dass man von Wasserhose spricht, wenn es über Wasser stattfindet. Und der Tornado ist eben dasselbe über Land. Aber im Prinzip ist das die gleiche Physik dahinter."
Bis zu 150 Stundenkilometer schnell
Man sollte Wasserhosen von der Gefahr her auch nicht unterschätzen. Laut Radlherr können sie mit bis zu 150 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit unterwegs sein. Das kann auch Schäden an Land mit sich bringen. Besonders auf dem Wasser sind sie gefährlich, da sie kleinere Boote beschädigen können.
Dass die Wasserhosen in Vorarlberg nahe ans Land kommen, ist laut dem Meteorologen auch sehr wohl möglich. "Es geht um einen Durchmesser von maximal wenigen 100 Metern, wenn überhaupt. Aber das ist halt der Bereich, wo dann auch wirklich Schäden möglich sind", betont er.
Wann man sich in Sicherheit begeben sollte
Grundsätzlich gilt bei Wasserhosen, dass man vorsichtig ist. "Wenn man zu nah dran ist, sollte man schon schauen, dass man sich vielleicht in Sicherheit begibt, wie z. B. in ein Gebäude, Sonnenschirme abspannt, weil die natürlich gern durch die Gegend fliegen und so weiter", so Radlherr.
Trotz des häufigen Auftretens der Wasserhosen am Bodensee in letzter Zeit ist dies kein Grund zur Sorge: "Das hängt immer mit den aktuellen Bedingungen zusammen, mit den Verhältnissen. Wir brauchen eben diese labile Luftschichtung, die im Sommer immer wieder auftritt", beruhigt Alexander Radlherr.
(VOL.AT)