Insolventer Lustenauer Onlinehändler Wuff's Best kann weitermachen
Wie aus der Insolvenzdatei hervorgeht, haben die Gläubiger dem Sanierungsplan des Unternehmens kürzlich zugestimmt. Anschließend erfolgte die Bestätigung durch das Landesgericht Feldkirch. Demnach gibt es eine gestaffelte Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren auf alle anerkannten Forderungen.
Nach Angaben von Nathaniel Heinritz, dem Leiter des KSV1870 Vorarlberg, belaufen sich die anerkannten Forderungen derzeit auf rund zwei Millionen Euro. Es seien 30 Gläubiger betroffen, darunter drei Hauptgläubiger, nämlich eine Bank und zwei international tätige Zahlungsdienstleister. Die Bank sei im Verfahren selbst nicht besichert. Ob es außerhalb Besicherungen gibt, ist nicht bekannt. Das Unternehmen beschäftigte bei Insolvenzeröffnung zwei Mitarbeitende.
Eine halbe Million Euro fehlt noch
Die derzeit anerkannten Forderungen sind allerdings noch nicht vollständig. So sei davon auszugehen, dass dazu noch einmal rund 500.000 Euro kommen, welche die Zahlungsdienstleister erst bekanntgeben werden. Dabei gehe es vor allem um Chargeback-Verfahren für Kundinnen und Kunden, die ihr Geld im Fall von nicht erhaltenen Bestellungen von Zahlungsdienstleistern zurückerstattet bekommen.
Neuer Betreiber des Internetportals
Der insolvente Internethändler betrieb bislang die beiden Portale Wuff's Best (Hundeartikel) und Dein-Gizmo.at (Haushalts- und Gartenroboter etc). Letztgenannte Internetseite ist gegenwärtig offline. Auf der Internetseite von Wuff's Best findet sich im Impressum als Betreiber nicht mehr die Wuff's Best & Gizmo Onlinehandel+ GmbH, sondern die STL Trade & Logistics GmbH des geschäftsführenden Gesellschafters Christian Sommer in Götzis.
Warenlager verkauft
Auf diesbezügliche wpa-Nachfrage sagte KSV-Leiter Nathaniel Heinritz, dass die Schuldnerin ihr Warenlager an die STL Trade & Logistics GmbH verkauft habe. Diese wiederum verkaufe jetzt dieses Lager über die bekannte Internetseite weiter. Mit einer dafür erhaltenen Provision wolle die Schuldnerin den Sanierungsplan finanzieren, so Heinritz.
Zahlungsdienstleister vergessen nicht
Weitergehende wpa-Recherchen und Gespräche mit E-Commerce-Experten haben unterdessen ergeben, dass der Wechsel des Portal-Betreibers einen branchenspezifischen Grund haben könnte. So sollen internationale Zahlungsdienstleister nicht so gerne wieder mit Online-Händlern zusammenarbeiten, bei deren Insolvenz sie Geld verloren haben.
(wpa/gübi)