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Insolvenzverfahren verschärft: Lustenauer Firma senkt Quote

Gläubiger akzeptieren niedrigere Quote
Gläubiger akzeptieren niedrigere Quote ©APA
Der Elektroinstallateur Kremmel & Schneider aus Lustenau muss sein Sanierungsverfahren umstellen.

Statt Eigenverwaltung gilt nun ein Insolvenzverfahren ohne Eigenverwaltung. Die Gläubigerquote sinkt von 30 auf 20 Prozent – Hauptgrund sind neue Forderungen.

Gläubiger stimmen Verfahrensänderung zu

Die wirtschaftliche Lage der Kremmel & Schneider GmbH hat sich weiter zugespitzt. Nachdem das Unternehmen erst im Februar 2026 ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung gestartet hatte, ist nun klar: Die ursprünglich zugesagte Quote von 30 Prozent binnen zwei Jahren ist nicht zu halten.

©studio22 - marcel hagen

Am Donnerstag stimmten die Gläubiger am Landesgericht Feldkirch mit großer Mehrheit für eine Abänderung des Verfahrens. Künftig läuft die Sanierung ohne Eigenverwaltung – verbunden mit einer reduzierten Quote von 20 Prozent.

Unerwartete Forderungen bringen zusätzliche Belastung

Als Hauptursachen nennt das Unternehmen mehrere Faktoren: Bereits vor der Sanierung hätten größere Generalunternehmerprojekte sowie steigende Material- und Personalkosten die wirtschaftliche Situation belastet.

In den vergangenen Wochen sei es dann zu weiteren Problemen gekommen. Insbesondere "unerwartete, zusätzliche Schadenersatzansprüche" hätten den finanziellen Spielraum weiter eingeschränkt, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

"Sanierungskurs kann fortgesetzt werden"

Trotz der Einschnitte sieht das Unternehmen die Neuausrichtung als notwendigen Schritt. Der Dornbirner Rechtsanwalt Tobias Gisinger, der Kremmel & Schneider begleitet, betont:

"Möglich war dies nur durch ein abgestimmtes Vorgehen und die Zustimmung wichtiger Hauptgläubiger, nämlich vor allem größere Bauträger, die zusätzlich von einem Teil ihrer Ansprüche zurückstehen." Vor allem größere Bauträger hätten dazu beigetragen, indem sie auf Teile ihrer Forderungen verzichten.

Man habe "sämtliche Möglichkeiten, die das Insolvenzrecht aus Sicht eines Schuldners zu bieten hat, genutzt", so Gisinger weiter.

Einschnitte bei Personal und Struktur

Die Verbindlichkeiten des Unternehmens belaufen sich aktuell auf rund 3,1 Millionen Euro. Im Zuge der Sanierung wurden bereits zehn Mitarbeitende freigestellt, derzeit beschäftigt die Firma noch 23 Personen.

Zudem zieht sich Kremmel & Schneider aus dem Geschäft mit Großprojekten zurück. Künftig will man sich wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren: klassische Elektroinstallationen, Elektromobilität und Smarthome-Lösungen.

Auch räumlich erfolgt ein Neustart: Ab Mai 2026 bezieht das Unternehmen ein kleineres Firmengebäude. Geschäftsführer Patrick Sotelschek sieht darin eine Chance, den eingeschlagenen Kurs zu stabilisieren.

(gübi)

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